Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
RETTUNGSDIENST WIRD ENDLICH STÄNDIG

Entwicklung der Rettungsabteilung der Freiwilligen Feuerwehr in Innsbruck

Die Rettungsabteilung derFreiw Feuerwehr Innsbruck. „Edel sei der Mensch, hilfreich und gut. " (Leitspruch des deutschen Samariterbundes. Es vergeht nunmehr fast kein Tag, an dem nicht unsere Zeitungen über einen Unfall berichten, welcher sich im Weichbilds unserer Stadt ereignet hat. Regelmäßig folgt dieser Mitteilung der Vermerk, daß die erste Hilfe von der Rettungsabteilung der freiwilligen Feuerwehr geleistet wurde. Das ist neu und verdient allgemeine Beachtung. Der Gedanke, in Innsbruck einen ständigen Rettungsdienst einzuführen, ist nicht neu. In den Neunziger - Jahren widmete die Wiener freiwillige Rettungsgesellschaft eine vollkommene AusMstung zur Errichtung einer Rettungsstation, von welcher heute noch der Rettungswagen ein Erbstück ist. Damals konnte sich die Rettungsstation wegen Mangel an Material nicht halten, sie schlief ein. Einige Jahre später nahm ein um das öffentliche Leben in Innsbruck wohlverdienter Mann, Herr Gustav Riegl, die Reorganisation der Sanitätsabteilung unserer freiwilligen Feuerwehr in die HaÜd; es glückte ihm, in Herrn Ar. Kölner einen Arzt Zu finden, welcher mit Begeisterung aus seine Ideen einging; gar bald wuchs aus der alten Sanitätsabteilung eine gut ausgebildete Jungmannschaft tüchtiger Sanitätsmänner heran. Schon damals wurde dev Gedanke lebhaft besprochen, die Sanitätsabteilung der Feuerwehr nach dem Muster deutscher Städte zum ständigen Rettungsdienste auszubilden und in dieses Dienste erblicken die eifrigest Sanitätsmänner ihr ideales Ziel. Die Übersiedlung Riegls nach München und verschiedene anders Schwierigkeiten ließen die Verwirklichung dieses Planes nicht so schnell erreichen, als ' mancher wünschen mochte. Will ja jede gute Sache nach einem alten Sprichworts „ Weile haben ". Inzwischen war aber die Abteilung unter der Leitung ihres unermüdlichen Obmannes Herrn A. Simath keineswegs müßig gewesen. Seit dem Jahre. 1897 hielt Dv. Kölner fast alljährlich Vorträge über erste Hilfeleistung, welche sich eines zahlreichen Besuches von Feuerwehrmännern aller Abteilungen erfreuten. So wurde ein tüchtiger Grundstock für die zu errichtende Rettungsabteilung gebildet, welche immer noch das anzustrebende Ideal für die Sanitätsabteilung blieb. In ihrem gegenwärtigen Obmanne, Herrn FormaLor Leo Stainer, hat hie Abteilung einen zielbewußten, energischen Führer gefunden, der die Pläne seiner Vorgänger mit Liebe aufgrifs und. endlich auch zur Verwirklichung
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 1. Oktober 1907, S. 6, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/8259-entwicklung-der-rettungsabteilung-der-freiwilligen-feuerwehr-in-1907).

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