Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
VIEHSLAUCHTHOF MIT ÜBER 20 HÄLLEN

Genehmigung des neuen Schlacht- und Viehtzoferbaues in Reichenau mit hohen Kosten von 1.210.000 Kronen

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 30. Mai 1908 · Seite 8 · #Schlachthof
( Beifall.) Der neue Schlacht und Viehtzof. GR. Bernhard Zösinahr referierte über den Stand der Schlachthausangelegenheit, deren Vorarbeiten jetzt beendet sind. Er besprach kurz die Verhältnisse im alten Schlachthaufe, dessen Ausdehnung und Einrichtung den heutigen Anforderungen nicht mehr genügt, besonders seit Einbeziehung der Vororte in das Stadtgebiet. Er begründete die Notwendigkeit des längst projektierten Neubaues, die gewiß nicht bestritten werden könne, und besprach unter Hinweis auf die bereits Vorliegenderl Detailpläne das ganze Projekt in seinen Einzelheiten. Für diese große Anlage, die in der Reichenau erstehen soll, sind außer den Verwaltungs und Wohngebäuden als eigene Gebäude eine Großviehl - Schlachthalle, Kleinviehschlachthalle und Kuttelei für Grohj und Kleinvieh, Schweineschlachthalle, Pferdeschlachthalte, Krankviehschlachthalle, Vorkühlhalle, Einstellund andere Stallungen rnit Remise, sowie einige andere, kleinere Nebengebäude vorgesehen. Da dies " alles nach allen modernen Anforderungen ausgeführt und eingerichtet werden mutz, sind die Kosten natürlich sehr hoch. Die Baulichkeiten samt Zubehör kommen allein schon auf 850. 000 Kronen zu stehen, dazu kommt noch die Geleiseanlage mit 250. 000 Kronen, die Tiefkanalisierung mit 60. 000 Kronen und der Baugrund selbst mit 50. 000 Kronen, so daß die Gesamtkosten rund 1,210. 000 Kronen betragen werden. In der lebhaften und langen Debatte, die sich über diesen wichtigen Gegenstand entspann, wurde natürlich die finanzielle Seite des Projektes besonders in Betracht gezogen und erwogen. Es sprachen die Gemeinderäte v. G u ggenberg, Kapferer, Dr. Anton Winkler, Dr. Lode, Brunner und Bürgermeister Greil sowohl über die verschiedenen Schwierigkeiten, die durch diesen, Bau eventuell entstehen könnten, als auch über die Vorteile und über die Notwendigkeit dieses Baues, dessen abermalige Verschleppung der Sache nie nützen könne. Schließlich wurde der Antrag des Referenten aus Genehmigung der Pläne angenommen, mit der von GR. Dr. Lode beantragten Abänderung, daß der Kontumazschlachthof samt dem Kontumazhaus dem allgemeinen Hofe angegliedert und mit letzterem durch Türen, die unter amtlicher Sperre stehen, verbunden werden sollen.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 30. Mai 1908, S. 8, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/8393-genehmigung-des-neuen-schlacht-und-viehtzoferbaues-in-reichenau-mit-1908).

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