Beim Kapitel Wasserbau heißt es ' in dem Berichte: Wiewohl in Tirol und Vorarlberg einige neue Kredite anaesprochen werden, so insbesondere für die Erhöhung und Verstärkung des linksseitigen Hochwasserdammes in der staatlichen Nocestrecke zwischen Mezolombardo und Zambana, dann für die Schließung des alten Etschbettes, beziehungsweise Fortsetzung des Dammes am unteren Ende des Marcodurchstiches und auch die Jahresrate für Pie Korrektion der Binnengewässer im österreichischen Rheintale eine Erhöhung erfuhr, ergibt sich hier dennoch ein Minderanspruch, weil der im Jahre 1907 geleistete namhafte Staatsbeitrag fiir die Behebung der durch! das Hochwasser des Jahres 1906 verursachten Schäden an mehreren nicht ärarischen Wasserläufen pro 1908 in Wegfall kommt. ^ Das Erfordernis für die ^ - Universität in Innsbruck mit einem Mehrerfordernis per 109. 000 Kronen im Ordinarium erheischt im Extraordi- Das 400jährige Vestandfest der Haller Skubengesrllschafk. Wohl selten vermag eine gesellschaftliche Vereinigung auf ein Jahrhunderte währendes Alter zurückzublicken. Was Wunder, wenn die Stubengesellschast am ' Samstag, den 30. Mai, in festlicher Weise den Eintritt in das fünfte Jahrhundert ihres Bestehens feierte. Die Fahnen flatterten vom Stubenhause und grüne Pflanzen zierten die altehrwürdige Stube, in der vor 400 Jahren Ritter Waldaus die Mubengesellschaft gegründet hat. Oberstubenmeister Herr Baron Prato, k. k. Major t. R. begrüßte die erschienenen Gäste und Mitglieder, besonders den Sproß einer Men Haller Patrizierfamilie, Herrn Franz von Forcher, dessen Vorfahren bis 1553 zurück vielfach Mitglieder der Stube waren. Dieser war ' eigens zum Feste von Steiermark nach Hall gekommen. Unterstubenmeister Roman Jud dankte in kurzen Worten den Mitgliedern für das rege Interesse und die große Opferwilligkeit. In schwungvoller, herzlicher Rede feierte eines der eifrigsten Mitglieder, Herr Major Fischer, den außerordentlich rüstigen, 86jährigen, auf das Wohl der Stube so bedachten Oberstubenmeister, dessen Bild nun enthüllt wurde,. Dias Stuvenin ' itglieh Herr Artur v '. Wallpach, dW einer der WMsMMn Laller Familien! entstammt, trug ein von ihm zuw Feste verfaßtes Gedicht Vor, welches mit seiner freundlichen Erlaubnis hier folgt: ^ Das ist die ahnenalte Stube, Das trautgetäfelte Gelaß, Drinn Ritter, Rat und Reuterbube Ehrbar bei manchem Trünklein saß. Noch hallt ' s wie Sang und Becherheben Aus Kaiser Maxens Fackeltanz — Es reicht ein fernes blüh ' ndes Leben. Der neuen Jugend seinen Kranz. Hoch in den Steilen nun mit Tosen Die Lahne schollert von der Wand, Da bring ' ich her die Alpenrosen, Die ersten, die ich oben fand. Sie mögen unser Mal nmkränzen — Ward einst ja in der " Väter Zeit, Heut vor vierhundert Blumenlenzen Der Rose unser Bund geweiht. Es glomm, wenn Lied und Laute klungen, Ob junger Augen Loderglut, Äus Kränzen in ' s Gelock geschlungen Rubinenrot das Rosenblut. Es sprühte in dem Kelchgeflimmer, In Hypocras und Griechenwein, Wie heut dsr glühe Rosenschimmer, Wie heut der Maiensonnenschein. Denn wie auch der Geschlechter Reigen Versank, ein windverwehter Ton, Dieselbe Freude ist uns eigen, Die hier dem Vorfahr ward zu Lohn.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 4. Juni 1908, S. 1, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/8395-festliche-feier-des-400jaehrigen-bestands-der-haller-1908).
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