Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
DAMPF AUS, STROM AN

Elektrisierung der Lokalbahn Innsbruck–Hall und Verlängerung der elektrischen Linie bis Hungerburgbahn

Seite S?, Zur bevorstehenden Elektrisierung der Lokalbahn Innsbruck — Hall in Tirol. In der Generalversammlung der Aktionäre der Lokalbahn Innsbruck — Hall i. T. im Jahre 1907 wurde der lebhafte Wunsch nach Einführung des elektrischen Betriebes auf den Dampflinien geäußert und der VerwaltungsraL beauftragt, diesbezüglich Studien zu pflegen. Es will de sofort mit denselben begonnen und es konnten bereits der nächsten Generalversammlung, welche im März 1908 stattsand, konkrete Vorschläge gemacht werden, worauf der Beschluß gefaßt wurde, den Dampfbetrieb auf der Linie Berg Jsel — Hall aufzulasftu und an dessen Stelle auf den elektrischen Betrieb üverzugehen. Gleichzeitig wurde aber auch beschlossen, die bestehende elektrische Linie Berg Jsel Adolf Pichlerstraße bis zur Hungerburgbahn zu verlängern, mithin auch den 7 r/z - Mmutenverkehr bis zu diesem Punkt auszudehnen und ferner auch einen 7 ^ - Minutenverkehr auf der bestehenden Dampflmie zwischen der jetzigen Ausweiche und Haüestelle Willen und der Hallestelle Hungerburgbahn einzusühren. Daß diese Beschlüsse der Generalversammlung nicht ohne Interesse für die Einwohner unserer Stadt blieben, beweisen die verschiedenen Gerüchte, die über die Elektrisierung selbst, msbejonders aber über die Betriebsfühcung, Errichtung von kurzen Pendellinien rc. zirkulieren. Die nachstehenden Zeilen haben den Zweck, in rein sachlicher Weise klar zn Lun, wie die Ausführung der Anlage und die Betrieosführung geplant ist, und welche Gesichtspunkte lMöei. maßgeoenö waren. Vor allem mußte aus die Einführung des 7 ^ - Minutenverkehres auf der Leopoldstraße und zwar zwischen der Hallestelle Willen und der Station Berg Jsel verzichtet werden, da bekanntlich bet der Niveaukreuzung der Arlbergbahn mtt der Leopoldstraße die Geleise der Lokalbahn wiederholt und längere Zeit durch die Züge der Staatsbahn abgesperrt werden. Infolgedessen ist an die Aufrechterhaltung eines dichten Verkehres aus dieser Teilstrecke, solange diese Niveaukreuzung besteht, nicht zu denken. Es muß daher der V ^ - Minntenverkchr bei der Haltestelle Willen sein Ende finden oder nach einer arideren Richtung abgelenkt werden. Es war naheliegend, provisorisch eine neue Linie durch die Fijchergasse bis zur Andreashoferstraße zu bauen und daselbst an die bestehende Lime anzuschl letzen.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 31. Dezember 1908, S. 64, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/8507-elektrisierung-der-lokalbahn-innsbruck-hall-und-verlaengerung-der-1908).

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