Gesangverein) begrüßte alle Erschienenen und wies daraus hin, daß sich die deutschsreiheitliche Studentenschaft Innsbrucks entschloß, statt des ausgefallenen Antrittskommerses einen Bismarckkommers zu geben, um das Andenken Bismarcks, dessen zehnter Todestag im Vorjahre gefeiert wurde, zu ehren. Der Innsbrucker Studentenschaft war dies im Vorjahre wegen der Universitätsstürme nicht möglich und deshalb holt sie es Heuer nach. Gleichzeitig wolle sie mit dem Kommers auch zeigen, daß sie nach wie vor geeint dasteht. Nach diesen Worten brauste das „ Gaudeamus " durch den Saal, dem dann im Verlaufe des Abends noch manch anderes Studentenlied und verschiedene Vorträge des städtischen Orchesters folgten. Nachdem Jurist Avancini ( Gothia) den Einlauf verlesen hatte, hielt Jurist Pühringer ( Brixia) die Festrede, in der er Bismarcks Leben und Wirken, sowie dessen Beziehungen zur Studentenschaft in formvollendeter Weise schilderte. Begeistert wurde nach dieser Rede das Bismarcklied gesungen. Dann ergriff Professor Pommer das Wort und feierte Bismarck als Repräsentanten der Einigkeit, der es zustande brachte, das zersplitterte deutsche Volk zu vereinen. Einigkeit möge auch unter den deutschen Hochschülern und Professoren herrschen. Sie alle sind Kommilitonen in dem Sinne, daß sie miteinander für dieselben Ideale kämpfen. Redner schloß, indem er sein Glas aus die Einigkeit erhob. ( Großer Beifall.) Als letzter Redner sprach Professor Edgar- Meyer über die Schutzvereine. Er führte folgendes aus: So ernst auch die Lage der Deutschen in Österreich ist, um so gefährlicher wäre es, sich dem Pessimismus in die Arme zu werfen und zu sagen, es Hilst ja doch nichts mehr. Vergessen wir nur nicht, daß es hauptsächlich an uns Deutschen selbst liegt, wenn wir den Kamps mit unseren nationalen Gegnern nicht siegreich bestehen. „ Hilf dir selbst, Michel, so wird dir Gott helfen. " Die Herren Vorredner haben die Wege gewiesen und betont, daß eine unserer Hauptwaffen unsere Einigkeit in nationalen Belangen sei. Nicht verzagen, nicht undeutsch die Waffen wegwerfen, sondern dieselben schärfen; blank die Schwerter schleifen für die neuen großen Kämpfe, die unserem Volke bevorstehen. Zukunftshoffen und Siegeszuversicht erfüllt einem, wenn man heute aus unsere deutschfreiheitliche Studentenschaft blickt, die in schöner Begeisterung den heutigen Festkommers dankbar dem Gedenken unseres großen Bismarks geweiht hat und in so stattlicher Anzahl den Saal füllt. Mit Stolz und herzlicher Freude blicken wir auf diese völkische Kerntruppe, die auch fürderhin in erster Kampsesreihe für unsere höchsten Güter stehen wird für Freiheit, Ehre und Vaterland. Und glauben Sie mir, meine geehrten Anwesenden, es gibt auch Lichtpunkte in dem Alltagsgrau in unseren nationalen Kämpfen, ganz besonders in Tirol, wo im allgemeinen das nationale Empfinden gewachsen ist. Unser deutscher Tiroler Bauer bekennt sich heute stolz als Deutscher, die Sprachinseln sind gesicherter als früher, und selbst in den fernsten Tälern Südtirols erwacht längst verloren geglaubtes deutsches Volkstum zu neuem Leben, allen voran die wackeren Leimtaler und Eichholzer.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 8. März 1909, S. 6, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/8532-bismarckkommers-der-innsbrucker-studentenschaft-zur-ehrung-des-1909).
Das botanische Institut und der botanische Garten in Innsbruck. Herr Professor Heinricher schreibt uus >: Zn dem Berichte, den die „ Innsbrucker Nachrichten " über die Versammlung des Deutschen Bolksvereines vom 1. d. M. …
(Die Innsbrucker Univ er si tä t bau fällig.) Der Innsbrucker Schulskandal wur ' e um ein neues Kapitel bereichert. Das Gymnasium wurde mit einem zdostenaufwande von 12. 000 Kronen wieder notdürftig in Stand gesetzt und …
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