Dienstag den 31. Wugust 1909. JnnsbrrrÄer Nachrichten Das Siebererffche Greisenasyl. ' Vorgestern legte unser greiser Monarch den jSchlußftein zu einem Bau, den der edle Wohltäter Innsbrucks, Johann v! on Sicherer, zum 60 jährigen Regierungsjubiläum unseres Kiaisers 'gestiftet hat und nun seiner Bestimmung! ÜberggV. Herr von Sicherer, der durch den Bau des Waisenhauses für die Ärmsten der Armen, für.. die Waisenkinder, gesorgt hat, indem er ihnen ein schönes Heim erbaute, hat nun durch den Bau des Greisen asyl ' es auch fnr die armen Greise und Greisinnen gesorgt, damit sie nach getaner Arbeit ihren Lebensabend ohne Dorge in einem schönen Heim genießen können. Der im Frühjahr des Jahves 1908 begMnene Neuhlau des Greisermsyles dient zur, Aufnahme erwerbsunfähiger Greise und Greisinnen und ist im Prinzipe ZN einer Hoffte für männliche und Zur anderen Hälfte für weMiche Greise eingerichtet. Auch für altz Ehepaare ist v! orgesorgt, was vom ' Humanitätsstandpunkte aus ganz besonders zu begrüßen ist. Dias Gebäude mißt rund 86 Meter in der Front, 31 Mieter in der Schmalseite, ist vollkommen freistxhend und grenzt mit der Hauptfassade an die breite, mit Meebäumen bepflanzte Viaduktstraße, an den übrigen dreh Seiten an eine bereits fertig gestellte zum Hause gehörigen Parkanlage. An Geschjoßen besitzt der Bau das helle mit Eisenbeton versehene Untergeschoß, in welchem sich außer den Zentpalheizungsanlageu die verschiedenen Magazine und Acheitsräume befinden, weiters das Parterre, Hochparterre, einen ersten und ' zweiten Stock und den Dachboden. Die Mitte der VjoUderfront des Parterres nimmt die durch zwei Geschoße gehende, geräumige und äußerst geschmackvoll ausgestattete Kapelle ein, welche mit einem stilgerecht gearbeiteten Altar und dem im Ferdinandeum. ausgestellt gewesenen, prächtigen Altarbild vom Meister Zazka versehen ist. Das große Kapellenfenster, das für sich schon ein Kunstwerk darstellt, lieferte die hiesige Glasmalerei - Anstalt. Links und rechts anschließend an den K ' apellen - Mittelbau befinden sich diverse größere und kleinere Räume für die Schwestern, den Arzt, sowie auch Krankenzimmer und der noch verfügbare Raum würde für die Wohnräume der Insassen aufgeteilt. Der ganze rückwärtige Trakt wird eingenommen von der großen Küche, dem Abwaschraum, der Speise, der zwei Speisesäle, getrennt für beide Geschlechter, weiters von Badern und AbörtaNllagen. An die Kapelle direkt angeschlossen finden wir die Sakristch und den Paramentenraum. ' Die beiden Korridore sind in allen ihren Teilen gut beleuchtet und münden mit ihren Fenstern in die beiden Zentralhöfe. Straßenseitig wurden zwei Eingänge mit geräumigem Vestibül ängebaut, deren Achsen mit den beiden Haupttreppen zusammenfallen. Zwei weitere Eingänge befinden sich auf der Rückseite des Gebäudes. Diese Eingänge führen direkt aus den Gartenanlägen in das. Haus. Ein drittes Treppenhaus ist in der Mitte des Gebäudes an der Rückseite angebracht. Der erste sowie der zweite Stock dienen in ihrer Gänze der Ausnahme der zukünftigen Insassen und enthalten daher die Wohnzimmers für dieselben, weiter je vier große Versammlungszimmer, in welchen die Greise oder Greisinnen zus ammenkoMmen, um sich! zu unterhalten, sowie Bäder und Abortanlagen? Sowohl von der Frauen als auch von der Männer - Mteilüng gelangt man vom ersten Stock zur Galerie der Kapelle. Vom zweiten Stock aus führen zwei Nebentreppen in den Dachraum.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 31. August 1909, S. 18, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/8626-schlusssteinlegung-fuer-das-sieberer-sche-greisenasyl-in-1909).
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