Ans Stadt und Land. (Der Neubau der Innsbrucker Universität.) Bekanntlich waren schon im vorjährigen Budget die ersten Raten für den endlichen Neubau der Innsbrucker Universität enthalten, und da inzwischen auch für die Freilegung des projektierten Bauplatzes am Prügelbau vorgesorgt worden war, stand allgemein zu erwarten, daß mit den Bauarbeiten noch in diesem Frühjahre begonnen werden wird. Diese Hoffnung dürste sich nun, wie wir der T. Z. K. entnehmen, leider abermals nicht erfüllen; der Beginn des! Baues soll vielmehr wieder um ein Jahr hinausgeschoben werden. Als Grund dieser neuerlichen Verschiebung des Baubeginnes wird angegeben, daß die Einstellung der ersten Bauraten für den Neubau der Innsbrucker Universität im letzten Staatsvoranschlag nur unter der Voraussetzung erfolgte, daß es möglich sein wird die neuen Steuerpläne bis zum Frühjahre durchzusühren. Die politischen Verhältnisse haben sich ' dieser Absicht jedoch hindernd in den sch ' deren Schutz genossen. Damals soll die Geheimgesellschaft größere Einnahmen gehabt haben, als sämtliche Verwaltungszweige Neapels zusammen. Noch in den letzten Jahrzehntes gehörte es zu den „ Obliegenheiten " der Camorra, die Ordnung bei ' den Kutschern, den Fischhändlern, den Pferdeverkäufern, den Wucherern und den Veranstaltern heimlicher Lotterien gegenüber deren Kunden aufrecht zu erhalten. Einen gewissen Nutzen hat die Geheimgesellschast, die ursprünglich im Interesse der Bevölkerung Neapels eingerichtet worden war, also noch in der letzten Zeit gehabt. Seitdem sie aber immer mehr unreine Elements in sich Mfnimmt und gemeinsame Sache mit Dieben und Verbrechern wacht, hat sie den letzten Rest von Lebensberechtigung eingebüßt, und daher ist zu wünschen, daß der unerbittliche Krieg, den der Staat gegen sie kämpft, zu ihrer vollständigen Ausrottung führt. / MMöff m M AM ' M Weg gestellt, so daß heute zur AuszahlltNH! der präliminierten Beträge eben das nokwE drge Geld fehlt. Bei der Innsbrucker. StalM halteret ist man übrigens von den AbsichtM der Regierung offiziell nicht in KenntnÄ setzt worden, so daß selbst die maßgebend^ Kreise nur auf Vermutungen angewiesen Auch die Baupläne liegen hier noch nickt vorund man weiß auch nicht, ob es bei denO ursprünglichen Plane bleiben wird, den. Bau > etappenweise in der Form durchzuführen, daß zuerst der Neubau des Bibliotheksgebäudes iitl Angriff genommen wird. Man rechnet troD allem noch ' immer mit der Möglichkeit - Haff' im Laufe des Sommers von der Regierung be< stimmte Weisungen betreffs des Universität^ Neubaues in Innsbruck eintreffen, daß also zu - ' mindest mit den Grundaushebungsarbeiten begonnen werden kann.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 20. April 1910, S. 3, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/8714-neubau-der-innsbrucker-universitaet-um-ein-jahr-verschoben-1910).
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