wird. Die Bauausschreibung und die Vergebung der Arbeiten wird erfahrungsgemäß eilten Monat erfordern, so daß im Laufe des Monats Juni mit den vorhandenen, für das erste Baujahr ausreichenden Fonds der erste Spatenstich für das neue Bibliotheksgebäude und das botanische Institut erfolgen wird. Wohl steht es noch nicht fest, welche Fassade die neuen Bauten erhalten werden, doch wird in leitenden Kreisen des Ministeriums für öffentliche Arbeiten versichert, daß bei allen von ihm durchgeführten Neubauten die heimische Bauweise und deren Stil voll und ganz gewahrt wird, sodaß die Gewähr gegeben erscheint, daß sich die Innsbrucker Universitätsbauten harmonisch in das architektonische Bild ihrer Umgebung einfügen werden. Kein zinskasernenartiger Bau daher, sondern ein durch und durch modernes, praktisches und auf die Umgebung in jeder Hinsicht Bedacht nehmendes UniversitätsgebÜude wird die Tiroler Landeshauptstadt in absehbarer Zeit zieren. Im Jahre 1911 wird wohl der Bau des Bibliotheksgebäudes und des botanischen Institutes nur bis zur Dachgleiche geführt werden können. Im Jahre 1912 werden diese beiden Gebäude vollendet und das neue Hauptgebäude in Angriff genommen werden. Fm Jahre 1913, längstens 1914, wird der gesamte Neubau vollendet sein. Bis dahin wird man sich mit dem ^gepölzten Provisorium " forlfretten müssen. Bibliothek und botanisches Institut dürften bereits im Wintersemester 1912 ihrer Bestimmung übergeben werden. Jedes der kommenden Budgets wird die notwendigen Bauraten enthalten, damit in dem Neubaue keine Stockung e intritt. Das botanische Institut. Das neue botanische Institut wird ein verhältnismäß ' g kleiner Bau, der auf den Gründen des botanischen Gartens in Hölting, stilistisch anschließend an die dortigen Gebäude, errichtet wixd. Einschließlich des Sockelgeschosses wird es ein zweistöckiges Gebäude, welches außer den Notwendigen Jnstitutsräumen und Laboratorien einen größeren Hörsaal und außerdem gegen Norden gerichtete Mikroskopier - Säle enthalten wird. In seiner Ausführung wird das neue Innsbrucker botanische Institut an jenes der Grazer Universität erinnern. Der Kostenaufwand dürfte sich aus rund 200. 000 Kronen belaufen. Das Bibliotheksgebäude. Das neue Bibliotheksgebäude, das bekanntlich auf den Gründen des sogenannten ' Prügelbaues errichtet wird, ' ist ein ziemlich ausgedehntes Gebäude, welches sich deutlich in drei Teile scheiden wird: in ein Verwaltungs und Lesesaalgebäude, in ein Büchermagazin und in einen niedrigen Zwischentrakt. Charakteristisch für das neue Gebäude wird ein neuartiges System der Büchermagazine sein, welches den höchsten Anforderungen bezüglich der Feuersicherheit entsprechen wird. Es werden mehrere von einander vollständig getrennte Bücherzellen geschaffen werden, an Stelle der bisher gebräuchlich gewesenen sog. Turm - Magazine, welche durch keine festen Zwischendecken, sondern nur durch Eisenroste voneinander geschieden waren. Nach den neuesten Erfahrungen, die man an den Bibliotheken der deutschen Universitäten machte, hat man bei Neuanlage von Bibliotheken das alte System verlassen und trennt jetzt die einzelnen Bücherreihen durch feste Zwischendecken. Das neue System wird auch bez. der Konservierung der Bücher ( herabfallender Staub) und, wie erwähnt, beziigl. einer erhöhten Feuersicherheit, einen wohltuenden Einfluß ausüben. Das neue Vibliotheksgebäude wird vorläufig für einen Fassungsraum von annähernd 300. 000 Bänden errichtet, jedoch ist schon jetzt in dem Projekt Vorsopge getroffen, daß durch später etwa notwendig roerdende Anbauten von Bücherzellen mühelos der Fassungsraum auf ein Vielfaches der obigen Ziffer erhöht werden kann. Das neue Bibliotheksgebäude wird einen großen Lesesaal von zirka 300 Quadratmetern Grundfläche besitzen, der durch hochliegendes Seitenlicht vorzüglich beleuchtet werden wird und sich durch zwei Stockwerke durchzieht. Außerdem werden sich in dem Gebäude entspre » chende Räume für Garderobe, Vücherausgabe, Beamtenkanzleien, Jnkunablen, Dienerwohnungen rc. befinden.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 24. Dezember 1910, S. 2, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/8828-neubau-der-innsbrucker-universitaetsbibliothek-und-des-botanischen-1910).
Auch die Magen erlitten leichtere Defekte. (Z u m M ü n z s u n d e i n M ü n st e r,) über den wir am 10. ds. M. berichteten, schreibt uns der stüdt. Sicherheitswacheführer i. P. Hermann Kick, der sich mit dem Sammeln v …
Straßenzug anzusuchen. Der Obmann der Ge- (Funde römischer Münzen in Wilsundheitsabteilung. Rappold: und das Ausschußten und Amras.) In den N. T. St. lesen Mitglied Baron Kuhn ersuchten die Vorstewir: Im Jahre 1909 wurde …
Ans Stadt und Land. (Der Neubau der Innsbrucker Universität.) Bekanntlich waren schon im vorjährigen Budget die ersten Raten für den endlichen Neubau der Innsbrucker Universität enthalten, und da inzwischen auch für die …
(Unsere Univ ersität) hat gestern wieder ein Zeichen ihrer Baufälligkeit gegeben. An der Südseite derselben, gegenüber dem Pedellhäuschen, wo von der Angerzellgafse der zweite Zugang zum botanischen Garten abzweigt, ist …
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