Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
GEISSLER FUND GÖSSER SALZKARTE

Entdeckung des Salzbergwerkes in Hall im Jahr 1217 durch einen Geißhirt

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 20. Mai 1911 · Seite 3 · #Salzgewinnung
Auf einmal, nämlich am 29. Dezember desselben Jahres, schenkt König Friedr ich denn neuen Fü rsten B ert ho ld, erwählten Bischof zu Brixen, alle Silber gruben, sowie alle Metall und S al za d ern, welche im Bistum sind und ferner gesunden w er d en kZ n n ett. Ferner waren erst in jüngster Zeit, höchstwahrscheinlich im Sommer 1207, Satzadern oder Quellen entdeckt worden, deren Bestätigung der Vorgänger Berth olds nicht mehr erlebte. Denn bei so außerordentlich wichtigen Funden beeilte man sich, MefeI6en rechtlich zu Wern. Das Jahr 1217 kann demnach mit Fug und Recht als Entdeckungsjahr des Salzh erg Werkes von H a l l i n T i r o l angesehen werden, Ein solches gab es nämlich im Lande weder vor noch naMer irgendwo anders als im Satzberg nördlich von Hall. Dieser Ort war bis dahin nicht vorhanden und entstand erst um die Mitte des 13. Jahrhunderts. Über die Art und Weise der Entdeckung gibt es nur Sagen und Vermutungen. Tie Knappen im Satzberg erzählen, daß ein Geißhirt in der Gegend des heutigen Wasserberges, des obersten Stollens ob den Herrenhäusern, seine Tiere immer zu einer bestimmten Quelle trinken laufen sah. Da habe er das Wasser selbst gekostet und gefunden, daß es „ raß ", d. h. salzig, sei. Er hätte die Anzeige erstattet, man habe nachgegraben und sei so auf ein Satzlager gestoßen, welches mit seinen weiteren Aufdeckungen zu einer wahren Geldgrube für die Landesfürsten wurde und bis zum heutigen Tage große Ausbeute liefert. In der Tat kann man noch gegenwärtig bei Wanderungen durch das hochromantische Halltal, die nicht genug zu empfehlen sind, allerlei Wild bei der Röhrenleitung der Sole schleckend antreffen, Übrigens wurde in jenen Zeiten überall mit Absicht nach Bergwerksprodukten und besonders nach Salz gesucht, weil die Reicheichaller und Berchtesgadener Gruben und Quellen infolge mehrjähriger Kriege um dieselben teilweise zerstört und in -Abgang gekommen waren. Es ist schließlich auch noch möglich, daß das furchtbare Erdbeben vom 1.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 20. Mai 1911, S. 3, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/8885-entdeckung-des-salzbergwerkes-in-hall-im-jahr-1217-durch-einen-1911).

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