Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
ROTWILD ZAHLT SICH AUS

Zur wirtschaftlichen und kulturellen Bedeutung der Hochwildjagd in Österreich-Ungarn

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 11. August 1911 · Seite 3
Es gelangen 76 Mandate zur Besetzung. der Rotwildfällungi in den einzelnen Kronländern. Von 4400 Stücken, die in Niederösterreich als erlegt verzeichnet sind, geht ihre Anzahl bis aus 44 Stück im Krainerlande herunter. In Ungarn wurden in dem gleichen Jahre 8396 Stück Rotwild zur Strecke gebracht. Dies wären die nackten Zahlen über den Nutzungswert des edlen Rotwildes als profanes Nahrungsmittel, doch weit höher beziffert sich der indirekte Nutzen und der Geldwert, den der edle Waldesrecke als Entgelt für das ihm gebotene Asyl seiner engeren Zufluchtstätte zuführt. Leider sind nur wenige Eingeweihte über dieses Kapitel genau informiert. Ich kenne manch ein Alpental, das einer hochsürsUichen Hochwildjagd eine sonst nie erbaute prächtige Straße verdankt und in vielen Jagdgebieten zahlt man für den Abschuß eines Hirsches per Geweihend 100 Kronen. Das macht für einen kapitalen Vierzehnender die fast unglaubliche Summe von 1400 Kronen. Und wohin man blickt, überall stoßt man auf die gleichen Ziffern, welche erkennen lassen, daß. die Hochwildjagd allein in Österreich - Ungarn Millionen umsetzt, daß sie ein kleines, aber leider unbekanntes und manchmal noch gar nicht gehobenes Volksvermögen bedeutet. Noch viel unschätzbarer aber ist unser Edelwild als Tier, als Stück einer herrlich wchenden Natur, welche uns im Rotwild « in Kle nod schenkte, das wir für spätere Generationen erhalten müssen, soll uns nicht, wie die büffelausrottnden Amerikaner, der schwere Vorwurf der Nachwel t, treffen. _
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 11. August 1911, S. 3, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/8916-zur-wirtschaftlichen-und-kulturellen-bedeutung-der-hochwildjagd-in-1911).

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