glückliche Kriege geführt, aber im Felde stets seinen Mann gestellt und manchen Lorbeer gepflückt. Jedenfalls hat es sich tapferer erwiesen, als das Königreich auf der apenninischen Halibinfet, das seinen Besitzstand nur Siegen anderer verdankt, dabei selbst tüchtige ' Niederlagen erlitt und nicht einmal mit den Abessiniern Meneliks fertig werden konnte, sondern mit blutigen Köpfen heimgeschickt wurde. Wie bei solchen Gelegenheiten immer, so widersprechen einander selbstverständlich auch diesmal die verschiedenen Meldungen aus den beiden kriegführenden Staaten und von den diversen „ Kriegsschauplätzen ". Es ist schwer, eine Übersicht zu gewinnen. Im Nachstehenden verzeichnen wir die Nachrichten, die bis heute bei uns eingelangt sind und über Vorkommüisse, welche sich seit Samstag ereignet haben oder ereignet haben sollen, berichten. Das erste Seegefecht. Wer das erste Seegefecht das sich bei P r ev ez a ( nicht Traveza, wie wir Samstag irrtümlich meldeten ' » zutrug, wird ans Bon ihn gemeldet, daß die Italiener in gro ßer Übermacht waren, sie hatten zwei Schlachtschiffe und sechs Torpedoboote zur Verfügung gegen die zwei türkischen Torpedoboote. Das eine dieser Boote wurde von den Italienern anscheinend beschädigt, rettete sich aber in den Hafen von Preveza, wo es strandete. Das andere Boot kam unbeschädigt nach Preveza zurück. Es wird behauptet, daß das italienische Geschwader in Preveza und Bonitza eine kleine türkische Flotte eingeschlossen halte. Me Aufgabe dieser Flotte sei die Wegnahme italienischer Handels schiffe, die Beunruhigung der italienischen Hafen und die Gefährdung der italienischen Transporte gewesen, Das gestrandete italienische Kriegsschiff. Das italienische Kriegsschiff, welches vor Tripolis auf einer Klippe gestrandet ist, wie wir bereits gemeldet haben, ist der 1907 vom Stapel gelaufene Panzerkreuzer „ Pisa ", also eines der treuesten italienischen Schiffe. Es hat 10. 100 Stärke von 19. 000 Pferdekräften. Me Besatzung ist 550 Mann stark, die Armierung besteht aus 36 Geschützen, davon 4 schwere «. Eine interessante Forderung. Wie aus London gemeldet wurde, begehrt die Pforte die. Bewilligung Englands zum Durch m a r s ch e t n r k i s ch e r T r u p p e n durch Ägypten und Wetters, daß Ägypten der Türkei ein Kontingent von 18. 000 Manu zur Verfügung stelle, wozu es vertragstnäßig verpflichtet ist. Angebliche Entsendung eines deutschen Kriegsschiffes ins Mittelmeer. I « der Berliner Presse war die Nachricht von der Entsendung des Linienschiffes „ Elsaß" ins Mittelmeer verbreitet ' diese Ntxldung ist vollständig ans der Luft gegriffen. Deutschland übernimmt den Schutz der ' • i ÜvH m i UH* Aus Wunsch der türkischen Regierung hat T ' eutschland den Schutz der türkischen Untertanen in Italien übernommen. — Bekanntlich stehen auch die Italiener in der Türkei unter ' deutschem. Schutz. AnKebliche Landung der Italiener bei Preveza. In Konstantinopel liefen Gerüchte um. die Italiener hätten in Preveza Truppen gelandet. — Me türkische Flotte soll vor den Dardanellen konzentriert sein., Der „ heilige Krieg ". Der Verein der Ulemas in Konstantinopel, die vornehmste islamitische Organisation, fordert wie aus Konstantinopel gemeldet wird, in einem Manifest zur Verteidigung des Islams in Nordafrika aus, was der Proklamation des heiligen Krieges gleichkommt. — Gerüchte vom Einzug der Italiener in Benghasi sind unbestätigt. Zwei italienische Barken in den Grund geschossen. Tie auch von uns am Samstag wiedergegebene Meldung bestätigt fti \ v daß Achmed Jet hi vor Tripolis zwei Leichter durch Artillerieseuer beschossen und zum Sinken gebracht hat. Es heißt, die Italiener hätten versucht, auf den zwei Barken Mannschaften zu landen. Die Feindseligkeiten vor Tripolis. Wie wir am Samstag durch Extrablätter bekannt machten, wurde das t nr ki sch e Tr ansportschiff „ Derna " von den Italienern vor Tripolis b e s ch l a g n a h m t. Auf dein italienischen Konsulat in Tripolis wurde die italienische Flagge eingezogen und die deutsche gehißt; die deutsche Flagge wurde auch auf dem Hause der italienischen Franziskaner - Mission gehißt. In Paris war Samstag die Nachricht verbreitet / es sti ein türkisches Transportschiff mit
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 2. Oktober 1911, S. 2, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/8942-erste-seegefechte-im-italienisch-tuerkischen-kriege-bei-preveza-1911).
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Die Neuerung. Eiu Beitrag zur Teuerung. Die allgemeine Lebensmittelteuerung hat sich bekanntlich heuer zu einer europäischen Plage ausgewachsen und droht in ihren Folgen das gesamte Wirtschaftsleben tief zu erschüttern. …
(Die Preissteigerung in Innsbruck seit sechs Jahren.) Das enorme Anschwellen der Lebensmittelpreise in den letzten Jahren wird durch einen Blick auf die Preise int Jahre 1905 und im heurigen Jahre überaus deutlich verans …
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