Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
ZOLLSTATION ODER NICHT?

Wieder in Betracht gezogene Verlegung des Zollamts nach Ehrwald wegen touristischer und praktischer Vorteile

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 17. November 1911 · Seite 5 · #Zoll und Finanzamt
(Die Ehr Wal der Zollamtsfrage.) Mail schreibt uns aus Ehrwald: Wie wir hören, hat man die bisherige Absicht, das östliche österreichische Zollamt Außerferns nach .Station Ehrwald der Karwendelbähn zu verlegen, wieder fällen lassen und prüft derzeit, ob es nicht angemessener sei, das Zollamt in Griefen zu belassen. Es sei daher nochmals hervorgehoben, daß sowohl für die Bevölkerung des Ehrwalder Talkessels, als auch für den zu erwartenden starken TuristeuVerkehr das Zollamt weitaus günstiger im Bahnhofe Ehrwald als 10 Kilometer von unseren drei Talgemeinden ( Lermoos, Ehrwald und Biberwier) zu liegen käme. Unsere Sommergäste lassen vielfach ihr Reisegepäck per Fracht Nachkommen. Befindet sich das Zollamt in Ehrwald, so ist es den Herrschaften möglich, der Zollvisitation ohne große Zeitverluste und Kosten beizuwohncn. Bon München, Innsbruck, Mittenwald, Partenkirchen und Garmisch wird ein großer Ausflugsverkehr nach Ehrwald als Fernpaßstation zu erwarten sein. Diese Ausflügler haben wenig Gepäck und wären in Ehrwald rasch zollamtlich visitiert. Wozu diese Menschenmasse in Griefen 20 bis 30 Minuten aufhalten? Auch die Zollbeamten sind lieber in Ehrwald als in Griefen, wo es an Arzt, Apotheke, Kirche und Schule fehlt.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 17. November 1911, S. 5, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/8972-wieder-in-betracht-gezogene-verlegung-des-zollamts-nach-ehrwald-1911).

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