Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
BAUPLAN ODER STADTBILDER-SCHMUCK

Neue Baulinie für die Zelgergründe mit Park und Architekturwettbewerb

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 8. März 1912 · Seite 6
Die Verbauung der Zelgergrnnde. Für die Verbauung der Maximälianstraße bezw. der Zelg er gründe wurde von der Bausettion eine neue Baulinie vorgeschlagen / wonach auf dem westlichen Teile derselben Privathäuser in geschlossener Bauweise/ aus dem östlichen ( Bischofsgrund) ein öffentliches Gebäude vorgesehen ist und zwar so, daß in der Mitte ein großer Park von zirka 800 Quadratklastern ausgespart bleibt, um den eine 8 Meter breite Straße / bezw. die Baulinie herwngeflthrl ' wird. Zur Erreichung von schönen Verbauungsprojetten soll unter den in Innsbruck ansässigen Architekten eine Konkurrenz ausgeschrieben mit drei Preisen und zwar 800, 600 und ' 400 Kronen; die Entwürfe sind bis 20. iApril einzureichen. Hauptbeding an g ist, daß die Bauten ein geschmackvolles architektonisches Gesamtblld ergeben / das im Stile auch der lokalen Eigenart der Stadt angepaßt ist. GR. Ländsee sprach sein Bedauern aus, daß diese Gründe nun doch mit Privathäusern verbaut werden sollen; es wäre nach seiner Ansicht besser / sie für öffentliche Gebäude zu reservieren / denn dieser Platz sei der einzige, den wir für solche Zwecke mitten in der Stadt noch haben. GR. Kapferer erwiderte, daß man, wo es sich um ein event. jahrelang brachliegendes Kapital von 450. 000 Kronen handle, nicht bloß vom ästhetischen Standpunkte ausgehen dürfe. Die Stadt sei nicht in der angenehmen Lage / die materielle Seite dieser Frage einfach zu ignorieren. Überhaupt sei es gut, wenn die häßlichen tteinen Hütten, die gegenwärtig die freie Südseite des Platzes verunzieren, durch die projektierte Häuserreihe verdeckt werden. Bei öffentlichen Bauten ließe sich dies aber nie ganz durchführen. GR. O b e x e r wies auf ' die durch den hohen Grundpreis bedingte Notwendigkeit hin / daß die dortigen Neubauten nwglichst repräsentabel und elegant, mehr als Herrschastswohnnngen, ausgestattet werden sollen, weshalb den konkurrierenden Architekten
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 8. März 1912, S. 6, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/9004-neue-baulinie-fuer-die-zelgergruende-mit-park-und-1912).

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