Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
ZEUGEN ODER VERBAUEN

Lebhafte Debatte über die Zukunft der Zelgergründe und deren Verbauung

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 22. Jänner 1912 · Seite 7
zugesi ehen, wenn ' marr nicht wieder zu Steuererhöhungen greifen wolle. Wenn uralt so „ großzügige " Unternehmen wolle, müsse man auch in neue Steuern 'einwilligen; mit diesen aber werden wir unseren Wählern schwerlich Freude machen. GR. Tr. Mader stellte fest, daß der Sektionsantrag ohne Einflußnahme des Kuratoriums gestellt worden sei. Es handle sich jetzt auch nicht nin den Bau, sondern nur darum, ob man die Zelgergründe mit Zinskasernen verbauen lasse oder doch vielleicht mit Monumentalbauten und öffentlichen Anlagen schmükken wolle. Tie finanziellen Schwierigkeiten seien allerdings sehr groß, aber diese Gelegenheit, mitten in bet Stadt etwas Schönes 51 t schaffen, sei vielleicht die letzte, die sich bietet. Auch GR. Landsee trat für den Srktionsantrag ein, und besprach die verschiedenen unleugbaren Vorteile, die das Museum unserer Stadt bringen würde. — GR. Wildling wandte sich speziell dagegen, daß die Zelgergründe etwa mit Zinshäusern verbaut werden. GR. Maaß stellte hierauf den Antrag, die Angehogeuheit zu vertagen. GR. Sonvico schlug dann noch vor, nran solle wenigstens einen Termin zugestehen, innerhalb' dessen der Baugrund reserviert bleiben solle. GR. Kaulich beantragte, man solle die Mrgelegenhbit auch dem Baukomitee überweisen. Nachdem GR. Müller den Schluß der schon recht lebhaft gewordenen Djebatte beantragt hatte, stellte! «. Dr. Josef Winkler noch den Antrag, den Vorschlag der Verkehrssektion der Bausektion und dem Finanzkomitee zu überweisen. Er besprach die ganze Geschichte des Väuseunmprojektes und die vielen Schwierigkeiten, die sich bisher schon ergeben haben. Ms Kuratorium sölle endlich einmal sagen, was es eigentlich wolle und w i e sie es wolle. — Daß der schöne Platz nicht mit Zinskasernen verbaut werde, sei gewiß nicht * Ms. 17. Seite t. zu befürchten, in dieser Beziehung werde gewiß sehv strenge vorgegangen werden. Übrigens wäre hier für unsere heimischen Künstler Gelegenheit, in dieser öffentlichen Geschmacksfrage mitzuhelfen und Vorschläge zu einer Minen und würdigen Verbauung der Zelgergründe zu machen. >GR. Ob ex er stellte fest, daß die Sache nicht gar zu lange verschoben rverden dürfe, denn es sei möglich, daß schon in " nächster Zeit die eine oder andere Bauparzelle der Zelgergründe verkauft und verbaut würde. Tann sei es natürlich zu spät. Der Vorsitzende konstatierte dann noch, daß es gut sei, daß man sich, in dieser Angelegenheit endlich einmal gründlich ausgesprochen habe, woraus der Vertagungsantrag ang e n 0 m men wurde.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 22. Jänner 1912, S. 7, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/8994-lebhafte-debatte-ueber-die-zukunft-der-zelgergruende-und-deren-1912).

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