allen Gebieten ein reges Leben. Es ist reich an schönen Erfolgen, die jedoch nicht intimer jenes Ziel erreichten, das sich der Ausschuß gesteckt hatte. Der Ausschuß richtete sein Augenmerk wieder auf alle vom Verein ins Leben gerufenen Schöpfungen, um sie in einem guten Zustande zu erhalten. Abgesehen von kleineren Wegverbesserungen, die im südlichen Gebiete ebenso wie auf der Nordseite vor allem vorgenommen wurden, b absichti te der Verein in erster Linie eine gründliche Verve; serung des Lause r k o p f - S t e i g e s. Die großen Schwierigkeiten jedoch, die von Seite der Waldinteressenten im Paschberggebiete dem Verein bereitet wurden, machten es unmöglich, die Baupläne des Vereines zu verwirklichen. Erst da, wo genannter Weg in Lanser Gemeindegebiet eintritt, konnte der Verein seine Tätigkeit ohne Zwang entfalten. Hier begegneten wir verständigem Entgegenkommen und zw Dienlicher Unterstützung mit Sand und Holz durch die Gemeinde, während im unteren Teile nur mehrere zwecklose Begehungen ohne Resultat zu verzeichnen sind. Kurz vor der Waldkapelle und der großen Lanser Sandgrube geht unser neuer, über einen Meter breiter Steig empor und erreicht nach einer starken Wendung die Zufahrtstraße, die von der Südseite kommt. Hier wurde der Weg ausgesprengt, verbreitert und in allmählicher Steigung emporgeführt; dann folgt ein Stück, das minder schwierig war, aber jetzt wie ein schöner Parkweg bis zu der Stelle führt, wo früher ein unangenehm steiler, wurzeliger und stufiger Weg zum letzten Anstieg emporführte. Dieser Teil wurde durch eine vollkommen neue Weganlage mittels einer Serpentine umgangen. Man gewinnt jetzt auf dem neuen Steig, der markiert und mit Auskehren, vielen Geländern und mit einer Bank ausgestattet ist, spielend die aussichtsreiche Höhe. Am 10. Juni war der Weg fertiggestellt. Dieser 459 Meter lange, fast ganz neue Weg hat einschließlich der 22 Meter Sprengarbeiten, Geländer, Trockenmauern, Wasserabzugsgraben 1134 Kronen gekostet.. Eine zweite größere Arbeit des Vereines, die dem Wegbau - Ausschusse, namentlich den Weginspektoren, viel zu schaffen machte, bildet die Verbesserung des Edgar Meyer- Steiges mit einer neuen Brüche über den Geroldsbach und einer Abzweigung nach Eden- Hausen bei Rätters. Dieser romantische Steig, der südwestlich von Schloß Mentelberg oder vom Waldhüttl am rechten Ufer hoch ober dem Geroldsbach beginnt, berührt den Wiltener Stiftswald, dann Naterer und Mentelberggebiet und endet auf Götzner Boden bei den „Einöd " - Höfen. Jenseits der Brücke führt der Steig in mehreren Windungen und mittels eingelegter Stufen zu einem Gratwege empor. Früher mußte man diesen weiter verfolgen, auch eine unnötige Überhöhung mitnehmen und gelangte dann durch dichten Jungwald nach Geroldsheim oder gegen die „ Höhl ". Nun biegt ein neuer Steig, der anfangs mehr eben bleibt, links ab, senkt sich dann in die Tiefe und geht endlich mit mäßiger Steigung zu den Einödhösen ( Angelini und Mendelhos) empor und von da hat man nicht weit zur Geroldsmühle oder nach Götzens. Die genannte 10 Meter lange Brücke über den Bach war gerade ganz fertiggestellt, als sie samt der darunter befindlichen alten Brücke von den Fluten nach einem Hochgewitter mit Wolkenbruch ein Stück abwärts getragen wurde; sie mußte abgebrochen und an bem einzig möglichen, aber für die Maße der Brücke nicht ganz stimmenden Platze neu ausgestellt werden. Das Bau - Terrain ist zum Teil wegen Abrutschgefahr recht schwierig, es sind aber viele Geländer vorgesehen und kann der ganze Steig als recht interessant und einladend bezeichnet werden. Viele Wegtaseln nebst einer Markierung sorgen für die Orientierung des Spaziergängers und für die Durchführung von Rundgängen. — Die Kosten dieser Steiganlaqe betrugen 594 Kronen, ungerechnet jener Teil, welcher in eigener Regie ausgeführt wurde.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 9. März 1912, S. 17, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/9006-neue-steige-und-bruecken-im-mentelberggebiet-kosten-und-1912).
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