unsere alten Schlachten wieder neu schlagen und mit den grauen Schattenspendern Gefechtsstellungen in den Sand zeichnen; immer noch Soldaten, während zu Hause die Säbel längst schon in den Scheiden schlafen. Freilich, von den alten Herren, die bei Solverino, Oeversee oder Königgrätz im Feuer standen, sind die meisten wohl bereits dort, wo keine Kugeln mehr pfeifen. Einer aber von ihnen, der noch » gegen die Franzosen und hie Dänen kommandierte, ist der Hauptstadt der grünen Steiermark erhalten geblieben. Einer, der: schon bei Solferino seine Rolle spielte, der eure bewegte Vergangenheit, wie keiner seiner Kriegskameraden, hinter sich hat und sich trotzdem nicht aus den Promenadenschritt im Staotpar? versteht. Wilhelm von GründLrf, der bewegliche Einundachtzigjährige mit dem energischen, jugendlichen Blick, hat die Ruhe der Pensionistenjahre nie gesucht und marschiert im flotten Tempo mit unserer Jugend, mit unserer Zeit. Sein immer noch! unbegrenzter Jnteressenkreis, seine rege Tätigkeit als Reiseschriftsteller, lassen ihn bald da bald dort auftauchen, führen ihn heute ans Meer oder morgen in die Alpen und bringen ihn auch nicht selten zu uns nach Tirol herein. Vor mehreren Jahren hat er den Steirern ein ausgezeichnetes Füßturenbuch, den „ Grazer Tourist ", in den Reisemantel gesteckt und im heurigen Frühjahr legt er uns Oesterreichern ein wertvolles Geschenk, sein M e m o i r e n w e r k *), auf den Tisch. Dem Inhalt, als auch der Form nach, ein typisch österreichisches Buch, ein Buch, dessen denkwürdige Aufzeichnungen gerade für uns einen eigenartigen, politischen und militargeschichtlichen Reiz besitzen, die aber über die schwarza gelben Grenzpfähle hinaus bereits Interesse erweckt haben. In frischer und plastischer, ungemein anziehender Art schildert der Verfasser sein Schicksal. Ein inhaltsreiches Leben zieht an uns vor¬ *), Memoiren eines österreichischen Generalstäblers 1832 — 1866 von Wilhelm Ritter Gründorf von Zebegßnh ", Verlag Robert Lutz in Stuttgart. Zu beziehen durch die Wagnerische Universitäts - Buchhandlung in Innsbruck. Preis brosch. R 7. 20, geb. R 8. 40. über, voll interessanter Begebenheiten, voll bunter Bilder, die sich stets auf kraftvoll gemaltem, historischen Hintergrund bewegen. Meisterhaft zeichnet Gründorf das Interieur unserer Armee während der Feldzüge 1859 und 1864, durch treffende Anekdoten charakterisiert er die damaligen militärischen Führer, wie Kuhn, Gynalai, Benedek, John, Gab lenz, Tezett hoff, mit denen er als! Generalstäbler in persönliche Berührung kam. In diesem Memoirenwerk Hält uns eine Persönlichkeit fest, die erleben mußte, weil sie über Temperament, Tatkraft, Initiative und Offenheit verfügt, über Eigenschaften, die Gründorf seine ersten Schritte zur Höhe mit beinahe unheimlicher Schnelligkeit zurücklegen lassen. Freilich sind es wiederum dieselben Eigenschaften, welche manchem seiner Lebensabschnitte einen tragischen Einschlag geben, welche den Neid der Kameraden erwecken, die Mißgunst Höherstehender Hervorrufen und ihn leider nur allzu oft verleiten, in die Speichen seines Schicksalrades zu greifen. Gründorf wurde auf der alten Riegerburg, einem oststeirischen Besitz der Fürsten Lichtenstein, geboren. Voll intimer Reize ist die Schilderung seiner Küabenjahre, die er dort als Söhn des fürstlichen Verwalters zubringt. Hier erhält er den ersten Unterricht, streift durch Wald und Feld -, lernt nicht gern und jagt da-
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 30. Juli 1913, S. 2, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/9419-memoiren-eines-oesterreichischen-generalstaeblers-1832-1866-von-1913).
- 19. Jänner: 1675, Die Stadt Innsbruck erhält vom Kaiser Leopold auf 20 Jahre den Weggeldsbezug über die lange Ulsiswiess, * (Zur Hundertjahrfeier der Tirol er Kaiserjäger,) worüber wir bereits kuxz berichteten, schreib …
(Unfall einer militärischen Schi - - Patrouille.) Unter diesem Titel brachten hiesige Blätter am Samstag eine Meldung, wonach sich im Gebiete Waldrast - Kalbenjoch eine Schipatrouille des ' 13. Jägerbataillons verirrte u …
(Major Op Pitz f.) Wie wir schon berichteten, starb am vergangenen Freitag int Wallfahrtsorte Absarn bei Hall der in den weitesten Kreisen unserer Stadt wegen seiner markanten männlichen Erscheinung und seines liebevolle …
Man erwartet große Beteiligung aller Kreise. (Bresciaferer.) Das 59. Jnfanterie - Regiinent begeht heute die Erinnerung an die Erstürmung von Brescia int Jahre 1849, woran das Regiment rühmlichen Anteil nahnl. Das in Inn …
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