Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
ZEITUNGJUNGE RETTET AUS DEM INN

Rettung einer Selbstmordgefährdeten aus dem reißenden Inn durch tapferen Sprung des Zeitungsboten Watzdorf

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 31. Juli 1913 · Seite 4 · #Lebensretter
(Aus dem reißenden Inn gerettet.) Gestern gegen 1 Uhr fiel nächst der Mündung des Höttingerbaches eine Frau, die dort mit Waschen beschäftigt war, in den derzeit reißenden Inn. Es sammelte sich sofort eine größere Menge von Leuten an, aber niemand wagte eine entscheidende Handlung. Die Bedauernswerte trieb mittlerweile flußabwärts bis zur Brücke. Dort ergriff sodann ein Mann den im Akzishäuschen deponierten Rettungsring und lief damit der noch weiter Abwärtstreibenden nach, um ihr den Ring bei günstiger Gelegenheit zuzuwerfen. Da kam der bei den „ Innsbrucker Nachrichten " bezw. bei der Wagner ' schen Univ. - Buchdruckerei in Diensten stehende Karl v. Watzdorf zu Rad mit einem Pack Zeitungen dahergefahren. Rasch entschlossen entledigte er sich des letzteren, sprang, ohne sich weiter zu besinnen, nächst dem Walther- Denkmale in den Fluß und schwamm der Frau nach. Die beabsichtigte Rettung glückte auch. Nach einer Weile erreichte er die bereits Bewußtlose, ergriff sie und schwamm mit ihr dem Ufer zu. Dort halfen ihm dann nächst dem Malfatti - Jnstitut, ein Wachmann und ein Passant, die Frau in Sicherheit zu bringen. Dann wurden sofort Wiederbelebungsversuche angestellt, die auch von Erfolg begleitet waren. Als der herbeigerufene Rettungswagen ankam, hatte die Frau bereits wieder die Besinnung erlangt und wurde in ihre Behausung gebracht. Wie wir erfahren, handelt es sich um eine Taglöhnersgattin aus Hötting, welche in selbstmörderischer Absicht ins Wasser gehen wollte.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 31. Juli 1913, S. 4, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/9421-rettung-einer-selbstmordgefaehrdeten-aus-dem-reissenden-inn-durch-1913).

Weitere Berichte aus der Rubrik „Unfälle & Unglücksfälle“

KOPFSCHUSS MIT SPIELEWAFEN

Tragisches Unglück mit Schießwaffe auf der Deehütte: 9jähriger Junge stirbt nach Selbstverletzung

Innsbrucker Nachrichten · 14. April 1913 · S. 4 · Unfälle & Unglücksfälle

(Unglück durch Schießwaffen.) Der 9 Jahre alte Max Gebhard, Sohn des Finanz- Reckmungsrates Alois Güh. ird hie ", war gestern Nachmittag in B gieitung eines Realschülers, der etwas älter war als er, auf der Deehütte in - …

✎ Korrektur-Modus Klicke in jede Überschrift oder Transkriptions-Zeile (Enter = nächste Zeile, Shift+Enter = Zeile teilen)
Gesammelt: 0 Artikel |