Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
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Debatte über die Auflassung der Landes-Findelanstalt in der Landesversammlung

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 5. Juli 1880 · Seite 6
1986 fast ohne Ausnahme für die Auflassung der Anstalt ein. Die deutschen Abgeordneten der liberalen Partei sprachen und stimmten gegen die Auflassung. Dr. Falk sprach im Interesse der Landeshauptstadt energisch für das Beibehalten der Anstalt. Dr. Blaas stellte im Verlaufe der Debatte den Vertagungsantrag, der aber abgelehnt wurde. Bon der konservativen Majorität vertheidigte der Vertreter des Erzbischof von Salzburg, Universitäts - Professor Dr. Katschthaker den Fortbestand der Anstalt, indem er besonders den Einfluß hervorhob, den die Auflassung auf die öffentliche Sittlichkeit haben müsse. Im gleichen Sinne sprach Msgr. Strosio. Der Berichterstatter Dr. Graf hielt allen diesen Einwendungen gegenüber die Anträge aufrecht und stützte sich besonders darauf, daß selbst der Rektor Magnifiku « bei Annahme der neuen Statuten für die Landes - Gebäranstalt in der Auflassung der Landes - Findelanstalt keine Gefahr für dett Fortbestand der medizinischen Fakultät und damit der ganzen Universität erblicke und daß auch die hohe Regierung diese Ansicht theile. Nachdem das Eingehen in die Spezialdebatte beschlossen war, fehlte es bei dieser nicht an heitern Momenten. So beantragte der Abgeordnete Pfarrer Speckbacher aus Sittlichkeit in den neuen Statuten das Wort „ unehrlich " zu streichen, was allgemeines Gelächter hervorries, durch welches sich der Antragsteller veranlaßt sah, seinen Antrag zurückzuziehen. Bei der Abstimmung wurde der Antrag mit bedeutender Majorität angenommen. Gegen denselben stimmte auch der Fürstbischof von Bripen.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 5. Juli 1880, S. 6, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/4172-debatte-ueber-die-auflassung-der-landes-findelanstalt-in-der-1880).

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