Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
BRAND, BÄCHE UND HUNDERTFLECKEN

Besorgnisse über die Brandbekämpfung und die Sillwasserversorgung in der Gemeinderathssitzung

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 11. Februar 1888 · Seite 7 · #Gemeinderat
Sitzung des Gememderathes am 9. Februar 1888. (Schluß.) G. - R. Schumacher brachte den Brand seines Etablissements am 22. v. Mts. zur Sprache. Wenn zur rechten Zeit genügend Wasser vorhanden gewesen oder ein Hydrant zu Gebote gestanden wäre, hatte der Brand vielleicht auf einen kleinen Theil beschränkt werden können. Es sei ein eigenes Verhängniß, daß es in Innsbruck meistens brenne, wenn kein Wasser im Sillkanale ist. Mit Schaudern habe er daran gedacht, wenn zu gleicher Zeit an einem anderen Orte der Stadt Feuer ausbräche; die Spritzenmannschaft sei erschöpft gewesen und die eine Dampfspritze könne nicht an zwei Orten zugleich thätig sein. Er beantragte daher die Annahme folgender Resolutionen: 1. Es sei der Meinhardskanal künftig nur in den allerdringendsten Fällen abzukehren; 2. es sei die Sillordnung einer Revision zu unterziehen; 3. es sei mit größter Beschleunigung der Canal vom Sillfalle ab herzustellen, der bestimmt ist, im Falle des Abkehrens des Meinhardskanales, die Ritschen mit Wasser zu versehen und für den die Sparkasse den Betrag von 10. 000 fl. gespendet hat; 4. es sei der Ankauf einer zweiten Dampfspritze in Erwägung zu ziehen und 5. es sei, um die Stadt mit Hydranten zu versehen, dem Gemeinderathe nächstens die Vorlage der Hochdruckwasserleitung zu unterbreiten, damit er endlich einmal in die Lage komme, wenigstens prinzipiell zu dieser Angelegenheit Stellung zu nehmen. G. - R. Payr beantragt, daß diese Resolutionen, von deren Wichtigkeit die ganze Bürgerschaft durchdrungen ist, dem Wasserversorgungs - Comits zur Vorberathung zugewiesen werden, und daß bald eine eigene Gemeinderathssitzung über die Wasserfrage, deren rasche und gründliche Lösung nothwendig ist, einberufen werde. Der Herr Bürgermeister erklärt, daß dieselbe in der nächsten Woche stattstnden werde. Bezüglich der erwähnten Wasserealamität beim Brande der Wagner ' schen Buchdruckerei habe er zu bemerken,, daß es nicht richtig sei, daß an dem betreffenden Tage der Sillkanal abgekehirt gewesen. Derselbe werde nur ausnahmsweise abgelassen nnd auch da ni cht, ohne daß nicht gewisse Vorkehrungen getroffen werden. Es ist aber überhaupt gegenwärtig wenig Wasser im Sillfluß, so daß z.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 11. Februar 1888, S. 7, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/5084-besorgnisse-ueber-die-brandbekaempfung-und-die-sillwasserversorgung-1888).

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