Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
WASSER UND TRAM IM STADTRAT

Anträge des Wasser-Comités und Trambahnlinien in Debatte

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 7. September 1888 · Seite 8 · #Gemeinderat
und Epp pflichten diesem Anträge bei, wobei ersterer noch daS städtische Bauamt mit den - Adjunkten Tochtermann in erster Reihe zur Lösung der Frage herbeizcgen wünscht. Für den Antrag des Comito ' ß treten die GG - RR. Bauer und Dann« Hauser ein. G - R. Reiter bestreitet absolut, daß die Arbeit dem Bauamt übergeben werden könne. Billiger, um 6 — 7000 ft., würde wohl auch die Gasund WasserleitungSgesellschast in Wien die Arbeit übernehmen, diese suche aber bei den Lieferungen der Röhren, die sie sich Vorbehalten wolle, ihr Geschäft zu machen. Schließlich erwähne er noch, daß der Wassertechniker Sueß in Meran für die Wasserversorgung 19. 000 fl., Altmann in Bozen ohne die Projekte 12. 000 fl. erhalten haben Der Bürgermeister Dr. Falk meint, wenn man nochmals auf die Suche gehe, vergeude man wieder viel Zeit. Die Arbeit, die noch übrig, sei auch keine leichte. S. ,che man dazu nun einen Spezialisten, so sei zu bemerken: Altmann ist eine bewahrte Kraft, wie auch die Haller bezeugen und die Honorirung ist, da die A beit 2 Jahre beansprucht, keine gar so große. Schließlich wird der Antrag Schumacher abgelehnt und jener des Wasser - Comitös angenommen. Ein weiterer Antrag des Wasser Comites betrifft das Ansuchen des Herrn Wilke um Bewilligung zur Einführung des Wiltener Wassers unter gleichen Bedingungen, wie es die 3 Herren Hoteliers beziehen, lieber Antrag des G - R. Dr. Schenk wird in Anbetracht dessen, daß die Neupflasterunz zu leiden hat, und um endlich einmal derartigen Verlangen zu steuern, dem Ansuchen nicht stattgegeben. Schließlich ersucht der Obmann des Wasser - Comites G - R. Reiter noch um einen Nachtragskredit von 500 fl., der auch bewilligt wird. Der Bürgermeister Dr. Falk referirt sovann über den Antrag des Bau- Comitss, betreffend die Bestimmung der Trambahnlinie in der Stadt. Danach hat unter der Voraussetzung, daß die Gemeinde einen Beitrag für den Bau einer Brücke, zu leisten verspreche, die außer zur Uebersährunz der Wasserleitung auch für die Trambahn benützt werden könne, das Trambahnkonsortium sich bereit erklärt, die Bahn auch durch Innsbruck zu führen. Ingenieur v. Schwind hat nun mehrere Varianten der Trace durch die Stadt vorgeschlagen, wovon das Bau- Comits zwei als die entsprechendsten ausgewählt hat, u. zw.: 1. Die Trace Mühlau — Saggen ( äußereVillen) — Choteksallec — Steg — HerzogOttostraße — Innbrücke — Marktgraben — Maria Theresienstraße — Landhausstraße — Bahnhof mit den Haltstellen Saggen ( äußere Villen), Steg, Jnnbrücke, Haupkwache, Post, Bahnhof; 2. Mühlau — Saggen — Sillgaffe — Museumstraße — Burggraben— Maria Theresienstraße — Landhausstraße — Bahnhof. Der Gemeinderath möge nun hievon eine bestimmen. Ueber diesen Punkt entspinnt sich eine längere Debatte. G - R. Kästner empfiehlt die erste Trace, weil dadurch auch St. Nikolaus und Mariahilf wenigstens halbwegs in die Nähe der Bahn gerückt werden. Hiebei werde allerdings der Markt verlegt werden müssen, das schade aber nichts, wenigstens sei man dann endlich einmal genöthigt es zu thun. Bürgermeister Dr. Falk ist gegen die Verquickung der Markt und Tracenfrage. Auch habe Ingenieur v. Schwind ihm erklärt, der Markt geniere nicht; die Bahn werde dort verkehren, insoweit andere Wägen dort verkehren und während der Marktzeit mit der Lokomotive im Schritt durchfahren.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 7. September 1888, S. 8, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/5153-antraege-des-wasser-comites-und-trambahnlinien-in-debatte-1888).

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