Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
BRÜCKE MÜSSTE NEU ERBETEN WERDEN

Concurrenzverhandlung über die Sillbrücke mit 26 Gemeinden und Stiften

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 3. Mai 1892 · Seite 5 · #Sillbrücke
(Sillbrücke.) Am 5. ds. stndct durch die k. k. Bezirkshauptmannschaft Innsbruck eine Concurrenz- Verhandlung statt, bei welcher nicht weniger als 26 Gemeinden, eine Stadt, ein Stift und das Straßenärar betheiligt sind. Die Verhandlung betrifft die Sillbrücke unterhalb des Berg Jsels resp. des Wasserfalls. Die Brücke befindet sich nach technischem Gutachten in einem derart schlechten Zustande, dass durch eine Reparatur derselben nichts mehr zu gewinnen ist und an einen Neubau geschritten werden muss. Gelegentlich dieses Neubaues soll die Anlage der Brücke derart umgeändert werden, dass die dortigen derzeit misslichen Steigungsverhältnisse beseitiget werden. Es liegen mehrere Projecte vor, so z. B. ein in Holz auszuführender Bau mit einem Kostenpreis von 5360 fl -, ein in Eisen auszuführenden Bau mit einem Kostenaufwand von 37. 000 fl. Ueder die Erhaltung dieser Brücke wurde im Jahre 1845 eine Vereinbarung getroffen und zwar derart, dass das k. k. Straßenärar */ l2l das Stift Willen l / 12, die Stadt Innsbruck y 12, das Gericht Sonnenburg ^ 2 ,die Gerichte Axams und Stubai zus. y 12, das Probstei - Gericht Ambras 2 / 12 zu den Kosten beiträgt. Da die Gerichte Sonnenburg, Axams und Stubai nicht mehr bestehen, so trifft es nun die zu diesen ehemaligen Gerichten gehörigen Gemeinden und zwar wurde das Gericht Sonnenburg durch die Gem. Hötting, Götzens, Rätters, Mutters, Kematen, Völs, Patsch, Vill, Jgls, Sistrans und Lans, das Gericht Axams durch die Gemeinden Axams, Birgitz, Grinzens, Sellrain und Gries, das Gericht Stubai durch die Gemeinden Kreith, Mieders, Neustift, Schönberg, Telfes, Fulpmes, das Probstei - Gericht Ambras aus den Gemeinden Ambras, Pradl, Aldrans und Ellbögen gebildet. Bei der Verhandlung wird auch die Frage der Ablösung dieser Concurrenz durch das k. k. Straßenärar zur Sprache kommen. Die Sillbrücke liegt im Zuge der k. k. Fürstenwcge, und dürfte wohl diese ausgedehnte Concurrenz aus dem Umstande abzuleitcn sein, dass damals die Salzfuhren für diese Gemeinden von der Heerstraße ( Salzstraße und Ellbögnerstraße genannt) ab und über diese Brücke giengen wie auch der Verkehr unter diesen Gemeinden über diese Brücke erfolgt sein dürfte. Heute haben aber die Gemeinden einen ganz anderen Verkehr, manche Gemeinde dürfte diese Brücke gar nicht mehr benützen, andere dafür aber desto mehr. Die Verkehrsverhältnisse sind andere geworden. Es wird wohl auch die Localbahn Innsbruck - Hall, wenn sie ihren Bahnzug nach Ambras führen will, für diese Brücke interessiert werden können.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 3. Mai 1892, S. 5, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/5568-concurrenzverhandlung-ueber-die-sillbruecke-mit-26-gemeinden-und-1892).

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