Es handelt sich um ein neues Büchlein über Andreas Hofer, und dies würde zu einer Zeit, da unser Augenmerk wieder recht lebhaft dem heimatlichen Helden zugewandt ist, schon an sich einige Aufmerksamkeit verdienen. Das Merkwürdige bei dieser kleinen Schrift ist aber das, dass sie einen Franzosen zum Verfasser hat, und, wie wir sofort mittheilen wollen, gleichwohl -von Parteilichkeit und Befangenheit sich durchaus frei hält. Das Werklein ist betitelt: An dt 6 Hofer. Une page de l ’ histoire des guerres da premier empire. Par Maurice Grandjean. Desolee. de Brouarer & Comp. Lille 1893. Die Erhebung der Tiroler im Jahre 1809, sagt der Verfasser, ist in hohem Grade denkwürdig, aber in Frankreich nur wenig bekannt. Selbst ernste französische Geschichtschreiber halten dies große Ereignis kaum für mehr, als einen fruchtlosen Ausbruch der Wuth bäuerischer Rebellen. Einer solchen Anschauung gegenüber betont Abbö Grandjean sehr nachdrücklich, dass der Tiroler Ausstand vielmehr ein Krieg war, und zwar ein ganz bedenkender Krieg, der die Generale des großen Napoleon niederwarf und den Glanz seinerAdler eine Zeit lang verdunkelte. Hier könne man wieder einmal von dem Feinde lernen Nach dem alten Wort: Pas est ab hoste doceri — und Frankreichs Kriegsruhm ser reich genug, Frankreichs Volk ritterlich genug, um anderer Nationen Großthaten nicht erst verkleinern zu Müssen. So führt uns denn der Verfasser die fesselnde Gestalt unseres Hofer, der ja die Seele und der Held aller Unternehmungen jenes großen Jahres gewesen sei, vor Augen. Er erzählt einfach und sachlich von den Hebelgriffen der baierischen Regierung seit 1806 vor allem in Fragen der Religion, dann auch in denen der politischen Verwaltung. Die Geschichte des Frühlings und Sommers unseres glorreichsten Kriegsjahres rollt der geistreiche Franzose in würdiger anziehender Darstellung vor uns auf. Der Berg Jsel - Tag, der 13. August, eine furchtbare Sühne des 13. Mai, tritt lichtvoll in den Vordergrund und Lefebre ' s Wort von den „ Gebirgstrotteln " (ces imbeciles de montagnards) wird schauerlich zu Schanden. Und so treu hier der Verfaster der geschichtlichen Wahrheit bleibt, so anmuthig weiß er der Dichtung und Legende Zugang zu gestatten. Allenthalben aber steht Hofers Bild ruhmvoll in erster Reihe, gleich bescheiden im Triumphe, wie fürchterlich in der Schlacht, der Mann, welcher seine Truppen führte wie ein alter Feldherr und in Tapferkeit und Todesmnth mit dem letzten seiner Krieger wetteiferte. Nicht ebenso glücklich freilich war der Sandwirt als Verweser des Landes und hier ist zuweilen der feine Humor des Franzosen gar wohl am Platze.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 10. Juli 1893, S. 7, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/5703-neues-buch-ueber-andreas-hofer-von-franzoesischem-verfasser-mit-1893).
(Andreas Hofer - Denkmal.) Das in der heutigen Nummer veröffentlichte 21. Verzeichnis der eingelaufenen Spenden für das Andreas Hofer- Denkmal auf dem Berge Jsel weist einen neuerlichen Zuwachs von 3309 fl. 87 kr. aus, s …
der Geschütze die Hülle von dem Erzbilve des Tiroler Nationalhelden Hofer fallen wird. Auf dem Berg Jsel ist man vollauf mit den letzten Vorbereitungen für die morgige Festlichkeit und der Decoration des Festplatzes besc …
Uachkliinge jmr Gnlhülluilgsfeirr des Andreas Hofer - Denkwals. Verklungen ist die schöne Feier, mit der dem rdlen Sohn des Landes, dem berühmten Zeugen dynastischer Treue, die höchste Ehrung geworden. Es war ein wahrhaf …
wie die Bozener Neberlieserung behauptet, die Befreiung des Landes beredet, sollen die vorbereitenden Schritte überlegt worden sein. Geschichtlich richtig ist das wohl nicht, denn die Anregung zu dem Tiroler Auf- -stände …
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