Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
SPITALGELD NUR FÜR EIGENE

Vorschlag zur Erbauung eines Epidemiespitals mit finanzieller Unterstützung der Gemeinde

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 25. Oktober 1894 · Seite 9
In den Voranschlag sür das Jahr 1894 wurde ein Betrag von 17. 200 fl. sür Erbauung eines Epidemie spitals eingesetzt. Im Laufe des Jahres ist ein Comits, bestehend aus Professoren der medicinischenFacultät, zusammengctreten, welches sich dafür aussprach, dass das Epidemiespital in ähnlicher Weise wie die übrigen Blocks des Spitals gebaut werden solle. Der Kostenvoranschlag für einen solchen Bau beziffert sich auf 80. 000 -Gulden. GR. Kapferer berichtet über diese Angelegenheit und hebt die großen Opfer bervor, welche die Stadt Innsbruck für das Spital gebracht habe, die Gemeinde sei nicht in der Lage, über das Geleistete hinauszugehen. Auf eine Anfrage des Unterrichtsministeriums, unter welchen Bedingungen die Gemeinde das Epidemiespital nach den Plänen, welche es auch zu Unterrichtszwecken geeignet machen, bauen würde, beantragt das Finanzcomite, sich nicht vollständig ablehnend zu verhalten, sondern dem Unterrichts - Aerar den Vorschlag zu unterbreiten, zum Baue eines solchen Blocks den schon präliminierten Betrag von 17. 200 fl. ä fond perdu zu spenden und die Mehrkosten gegen 5V,pCt. Verzinsung und Amortisierung zu übernehmen. Die Gemeinde bringe auch da noch immerhin ein Opfer, weil sie die Einhaltung des Gebäudes und das bei der Bewirtschaftung sich ergebende Deficit der Regiecasse übernimmt. GR. Dr. Juffinger schildert den gegenwärtigen Zustand des Epidemiefpitals, der einen Neubau unbedingt erfordert. Man möge dem Unterrichts - Aerar gegenüber nicht eine vollkommen ablehnende Haltung einnehmen und lieber eine größere Summe bewilligen, um eine Vereinbarung zu erzielen. GR. Dr. Wacker nell erachtet den Antrag des Finanzcomitös als vollkommen correct, wenn das Epidemiespital auch für Unterrichtszwecke dienen soll. Er wünscht jedoch, dass eine Maximalhöhe der Kosten ausgesprochen und ein bestimmter Betrag für Verzinsung und Amortisierung festgestellt werde. Er beantragt 4V 2 pCt. für Verzinsung und 1 pCt. für Amortisierung. Altbürgermeister Dr. Falk bemerkt, dass der Betrag von 17. 200 fl. genüge, um ein den sanitätspolizeilichen Vorschriften entsprechendes Epidemiespital herzustellen. Man müffe im Auge behalten, dass das Gebäude so eingerichtet werden soll, dass nur im Stadtrayon wohnende und nicht auch auswärtige Kranke unbedingte Ausnahme finden sollen. Deswegen wurde seinerzeit auch beschlossen, das Epidemiespita! nicht als Studienanstalt einzurichten. Wünsche der Staat eine solche, müffe er auch die Mehrkosten tragen. Ebenso ist Dr. Falk für eine Feststellung des Betrages für Verzinsung und Amortisation.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 25. Oktober 1894, S. 9, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/5827-vorschlag-zur-erbauung-eines-epidemiespitals-mit-finanzieller-1894).

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