Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
GOLDENES DACHL, ROTE ZAHLEN UND NEUE WACHT

Beschluss über Erhöhung der Sicherheitswachleute und Errichtung einer Polizei-Expositur

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 21. Dezember 1894 · Seite 7 · #Gemeinderat
7 erklärt, mit 30 Wachleuten den Dienst vollkommen versehen zu können. GR. Kapferer bemerkt noch, dass die Finanzsection auch deswegen nicht auf eine weitere Erhöhung der Polizeimannschaft eingieng, um nicht bei Einführung einer Staatspolizei, welche bevorstehen soll, einen höheren Beitrag leisten zu müssen. GR. Landsee befürwortet die Errichtung eines stehende » Postens auf dem Bahnhofe bei Tag und Nacht, mit Rücksicht auf die " Verkehrssicherheit und den Schmuggel, der von Wilten herab durch die Bahnstraße betrieben wird. GR. Weber befürwortet die Bestellung von zwei Aufsichtschargen und die Erhöhung der Zahl der Wachmänner auf 32. Die Nachricht von der Einführung einer Staatspolizei in Innsbruck dürfte sich nach seiner Ansicht auf die Errichtung einer Polizei - Direetion beschränken, unbeschadet des Fortbestandes der städtischen Sicherheitswache. Bei der Abstimmung wird der Antrag des Finanzcomitös, die Zahl der Sicherheitswachleute auf 30 zu vermehren, angenommen. Die Errichtung einer Polizei - Expositur in St. Nicolaus und die Bestellung zweier Aufsichtschargen wird ebenfalls genehmigt. GR. Dr. Stolz wünscht, dass ein Gegenstand der, wie dieser, soviel Zeit in Anspruch nimmt, vor der Präliminar - Sitzung erledigt würde. Ein Antrag des Polizeicomitss, betreffend die Uniformierung der Polizei wieder zum alten System zurückzukehren, welcher vom Altbürgermeister Dr. Falk warm befürwortet wird, wird angenommen. Unter Titel „Feuersicherheits - Auslagen" erscheint Heuer zum ersten Male ein Betrag von 300 fl. ausgeworfen für Feuerbeschau. Dieselbe soll in Hinkunft alljährlich an etwa 50 Tagen von einer Commission periodisch vorgenommen werden. GR. Epp theilt mit, dass seit 6 Jahren keine Feuerbcschau mehr abgehalten wurde und sich deshalb in den Häusern und auf den Estrichen ganz schauderhafte Zustände herausgestellt haben. Eine strenge Durchführung der Feuerbeschau sei dringend nothwendig. Bei der Subrubrik „Freiwillige Feuerwehr" bemängelt GR. Epp, dass hier Posten ausgenommen seien, welche nicht unter diese Rubrik gehören. Die Stadt müsste diese Auslagen auch ohne freiwillige Feuerwehr bestreiten. Er erinnert daran, was der Stadt eine bezahlte Feuerwehr kosten würde, wenn sie schon für 5 Leute der Feuerbereitschaft, welche die Theaterwache besorgen und dann die ganze Nacht schlafen, 640 fl. jährlich bezahlen muss. Er sei auf diesen Punkt zu sprechen gekommen, weil sogar in gebildeten Kreisen der Bevölkerung Anschauungen zu finden seien, als ob in Innsbruck eine Feuerwehr nicht nothwendig sei. Bei Titel „Amts und Kanzleierfordernisse" wird bei den Posten
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 21. Dezember 1894, S. 7, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/5842-beschluss-ueber-erhoehung-der-sicherheitswachleute-und-errichtung-1894).

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