Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
FLEISCHER, GÄUMETZGER UND FREIBANK

Vorschlag zur Einrichtung wöchentlicher Schlachtviehmärkte in Innsbruck

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 20. November 1896 · Seite 6 · #Metzger
Gemeinderaths - Hihnng am 19. November. Auf der Tagesordnung der öffentlichen Sitzung, in der Bürgermeister Dr. Mörz den Vorsitz führte,! standen nur zwti Punkte: die Errichtung von ^ w ö cü e n t l i ch e n S ch l a ch t v i e h m ä r k t t n in j Innsbruck und die Errichtung einer Freibank, ferner die Verbesserung der Sicherheit: auf dem Saggen. lieber den ersten Punkt referierte GR. Weber in gewohnt fachlicher und ausführlicher Weise Man habe sich mit der Frage der Vermehrung der Viehmärk e, namentlich der Nutzvietzmäi kte, deren Innsbruck nur zwei besitzt, beschäftigt. Wegen der großen Schwi. r g keilen, die sich da bieten, sei man davon avgegangen und habe daran gedacht, wöchentliche Schlachtviehmärkte einzuführen. Es wurde diesbezüglich eine Enquete einberufen, der GR. Weber als Obmann der Approvisionierunqssection, der städtische Thierarzt Kvfler, der Obmann der Fleischergenoffenschast Dietrich, jener der Selcher genossenschast Hör ' nagl und zwei Viehhändler anwohnten. Die Enquete, unter dem Vorsitze des CommissÜrs Niedenvüser, sprach sich gegen die Vermehrung der Nutzviehmärkte und für die Einführung von Schlachtviehmärkten aus. Thierarzt Kvfler erklärte, ein Schlachtviehmarkt sei schon aus dem G unde nothwendig, weil das Vieh gegenwärtig in den Wirtsstallungen verhandelt wird, die Woche durchschnittlich 100 Stück. Es kann leicht, wie es vor kurzem der Fall war, die Seuche in einem Stalle ausbrechen und verschleppt werden. Der Referent beleuchtet die Vortheile eines ständigen Wochenviehmarktes für Handel und Verkehr, wie auch nicht in letzter Linie für den Stadtsäckel, der immerhin 15 — 1600 fl. aus dem Markte einnehmen würde. Auch die Frage, ob die Schlachtviehmärkte einen Einfluss aus die Fleischpreise haben werden, wurde in der Enquete gestreift, zu einer dirccten Aussprache kam es indes nicht. Als Markttag wurde der Donnerstag jeder Woche in Aussicht genommen und zwar mit Rücksicht auf die auswärtigen Märkte. Der Markt dauert von 9 bis 1 Uhr. Als nothwendig für die Durchführung des Marktes werden bezeichnet: die Herstellung einer Auslade - Rampe für das Vieh seitens der Südbahn, die Herstellung eines Contumazstalles, die Vergrößerung des Maststalles, die Herstellung einer Vühwage und eines Raumes zur Unterbringung von Kleinvieh. GR. Weber bemerkt, dass die Herstellung eines Contumazstalles schon beschlossen ist und m. t der Vergrößerung des Maststalles zugewartet werden könne, bis sich der Bedarf zeigt. DasApprovisionürungs - Comito hat sich mit dieser Frage eingehend befasst und stellt den Antrag, es fii der Bürgermeister zu ermächtigen, bei der Statthalterei um die Concession von an jedem Donnerstag abzuhaltenden Wochen - Schlachtviehmärkten einzuschreiten.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 20. November 1896, S. 6, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/6102-vorschlag-zur-einrichtung-woechentlicher-schlachtviehmaerkte-in-1896).

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