und Hleujaßrsgeschenke. Skizze von Heinrich Geller. (Nachdruck verboten.) Der Klang der Mitternachtsstunde ruft das neue Jahr wach Er findet den einen im frohen Freundeskreise vor gefüllten Gläsern, den andern im einsamen Kämmerlein in der Gesellschaft ernster Erinnerungen und Ahnungen. In einem jeden aber ruft er wohl eine feierliche Stimmung hervor. Es ist eine natürliche Empfindung, dass die ersten Gedanken des neuen Jahres rein und schön, und dass sie dem Wohlwollen und der Freundlichkeit für unsere Genossen auf diesem Planeten gewidmet seien. Und dies einfache und menschliche Gefühl findet seinen Widerhall in dem vielstimmigen „ Prosit Neujahr! " das draußen auf den Straßen Freunde und Fremde einander zurufen: findet seinen Abglanz in der geschäftigen und fröhlichen Bewegung, die der anbrechende Neujahrstag mit sich bringt. Noch herrscht fast überall, wo Deutsche wohnen, die Sitte der per^ sönlichen Glückwünsche, von der schon Goethe vor fast 150 Jahren erzählt hat, wie sie die Stadt belebte. Noch heute sucht der ehrsame Bürger im Feiertagsstaate die lieben Verwandten und die werten Gönner auf, um mit ihnen seine Neu jahrswünsche auszutauschen Noch allgemeiner ist der Brauch in anderen Ländern So in Belgien: in Antwerpen z B. ist Jung und Alt schon seit dem Morgengrauen auf den Beinen und auf den Straßen ist ein lebendiges Gewimmel von Gratulanten. Dabei haben sie die Pflicht, jedem, dem sie „ ' ne zalige zulle " wünschen, zu küssen, was die Obliegenheiten des Tages nicht immer versüßt. In Schweden und Norwegen ist die Sitte, sich persönlich Glück zu wünschen so allgemein, dass zu diesem Behufe viele weite Wege durch Schnee und Wald zurück legen, wofür sie dann freilich im Freundeshause den freudigsten Willkommen und die gastlichste Aufnahme finden. Und nun vollends in Frankreich, wo der jour d ' etrennes als Volksfest noch über dem Weihnachtsfeste steht! Wie reizend hat nicht Gustav Droz den Neujahrstag geschildert, wenn in aller Herrgottsfrühe das ungeduldige Bübchen zum Vater ins Bett springt und den anscheinend Schlafenden mit Küssen und gestammelten Wünschen zum neuen Jahre erweckt. So liebenswürdige Gefühle dürfen wir bei den Römern, die die Sitte der Neujahrswünsche zuerst in großem Maße ausgebildet haben, nicht voraussetzen. Bei diesem Volke vertrug sich mit scharfem Verstände ein fast ängstlicher Aberglauben, und Aberglauben war es im Grunde, der dem römischen Neujahrstage sein eigenthümliches Gepräge aufdrückte. Denn an diesem Tage sollte, als Vorbedeutung fürs kommende Jahr, nur Glückliches und Heilbedeutendes gesprochen und gethan werden. In weißen Gewändern strömten darum die Römer auf die Straßen und riefen sich gegenseitig freundliche Wünsche zu; die Gabe eines Lorbeerzwetges, dem man Segen und reinigende Kraft zuschrieb, sollte diese Wünsche verstärken. Mit der Zeit aber nahmen die symbolischen Geschenke eine derbere Gestalt an: Datteln, Honig, Kuchen u. dgl. m. wurden üblich und sollten — etwas handgreiflich — den Wunsch auf ein süßes, angenehmes Jahr vermitteln: eine Kupfermünze mit dem Bilde des Tagesgottes, des Janus, drückte die Hoffnung auf materielles Wohlergehen aus. Aber Rom wurde die reichste und allmächtigste Weltstadt und begann sich der einfachen, in ihrer schlichten Symbolik immerhin ehrwürdigen Geschenke zu schämen. Der Luxus riss ein: Kunstgegcnstände aus kostbaren Metallen, Bücher, Kleider, Schreibmaterialien dienten nun, mit entsprechenden Inschriften versehen, als strenae, und besonders den angesehenen Personen, Magistraten, Patronen rc., zeigte man aus diese Weise seine Ergebenheit und Anhänglichkeit. Unrer den Kaisern steigerte die knechtische Devotion vor dem Throne diese Sitte bis zum Uebermaße. Die ganzen ersten Jännerwochen waren in Anspruch genommen von den Glückwunschbesuchen der Vornehmen mld des Volkes beim Kaiser, dem sie ihre Gaben überreichten. Augustus erhielt an Geschenken so viel, dass er davon zahlreiche Götterbilder zu kaufen und reich auszustatten pflegte. Sern Nachfolger, der bittere Tiberius, entzog sich den von ihm als heuchlerisch empfundenen Neujahrsvisiten, indem er in die Einsamkeit floh, und verbat sich auch die Geschenke, weil ihm seine Gegengaben an
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 31. Dezember 1896, S. 9, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/6114-neujahrstraditionen-in-verschiedenen-laendern-und-bei-den-roemern-1896).
Dr. Alois Waibl. Arrs Stadt und Land. (Tirolisch vorarlbergischer Thierschutz v e r e i n.) Vor einigen Tagen hielt dieser Verein im hübschen Saale der Innsbrucker Liedertafel seine diesjährige Generalversammlung ab. Die …
Uhr vre Tobten ihren Gottesdienst halten. Da ist der Altar erleuchtet, der Priester im Messornate steht davor und in den Kirchenstühlen knieen, sitzen, beten Männer und Frauen jeden Alters, die längst die Erde verlassen …
7 ling, Drachen u. s. w fanden hier ihre Vertretung. Sämmtliche Schleicher, einschließlich Wirt und Kellnerin, Bauer und Bäuerin, Senner und Sennerin, waren äußerst gelungene Figuren. Ihre Ausstattung war prachtvoll, vie …
4 hilfreich zur Seite, gieng selbst in die Forste,, wegen Bezuges des Bauholzes, bis ihn die Influenza aufs Lager warf, welche auch dazumal hier ihr unheimliches Wesen trieb. Möge er dem engen Gemeindeausschusse von Telf …
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