Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
DANK AN DIE ALTEN – MIT NEUEN KANDIDATEN

Zusammenarbeit der deutschen Parteien im österreichischen Abgeordnetenhause

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 29. Jänner 1901 · Seite 2
Eilck Vereinigung der deutschen Parteien zum Zwecks der gemeinsamen Wahrung der nationalen Inter essen werde es unter allen Verhältnissen stets im österreichischen Abgeordnetenhause geben, aber die Form, in welcher sich diese Vereinigung vollziehe, müsse je nach den geänderten Parteiverhältnifseu eine verschiedene sein. In der Zuschrift wird so daun dargelegt, dass die Deutschradicalen in eine: Stärke von 21 Mann aus den Neuwahlen hervor gegangen seien. Von Seite der deutschen Volks Partei werde nun die Anregung gegeben, die Deutsch radikalen in die Gemeinbürgschaft aufzunehmen und innerhalb dieser zwischen der Volkspartei, der Fortschrittspartei und den Radikalen einen engeren Verband zu bilden. Vom Standpunkte der deutschen Fortschrittspartei könne der Eintritt der Radikalen nur gutgeheißen werden, es wäre jedoch verfrüht, über die Bildung von Specialverbänden jetzt schon öffentlich zu diskutieren, zumal hiedurch die Reibungsfläche innerhalb der deutschen Parteien vermehrt und die Einigkeit gestört würde. Es werde sich mit der Zeit selbst ein intimeres politisches Verhältnis zwischen der deutschen Fortschrittspartei, der deutschen Volkspartei und den DeutschMadicalen herausbilden. In gewissen Fragen, beispielsweise in der Frage des Erlasses des niederösterreichischen Landesschulrathes, welcher sich gegen die deutschnationalen Studenten richtet, werden die Christlich - S. wialen eine separatistische Stellung entnehmen, in anderen Fragen werden wieder der verfassungstreue Großgrundbesitz nicht mit den übrigen Deutschen gehen können; auf diese Weise werden sich vielleicht in ähnlicher Weise wie im alten Abgeordnetenhause, zwischen der deutschen Fortschrittspartei und der deutschen Volkspartei, jetzt zwischen den genannten drei Parteien eine engere Annäherung vollziehen, ohne dass es nothmendig wäre, eine Sonderorganisation für sie zu kreieren.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 29. Jänner 1901, S. 2, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/6713-zusammenarbeit-der-deutschen-parteien-im-oesterreichischen-1901).

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