Seite 6. Nr. 205. Innsbrucker Nachrichten Samstag den 6. September 1901, Daß der Landtag die Vorlage trotzdem ablehnte, hatte seinen Grund darin, weil die Gemeinde Wilten nicht auch gleichzeitig eine Eingabe gemacht hatte und weil die Konzession, welche die Ausmündung iy den Inn gestatten, von der Statthalterei noch nicht ausgestellt war. 1902 wurde eine neue Eingabe diesmal im Verein mit Wilten und unter Beibringung der erwähnten Konzession gemacht und dem Mg. Perathoner zur Berichterstattung überwiesen, aber infolge der frühzeitigen Vertagung des Landtages kam Abg. Perathoner nicht dazu, den Bericht zu erstatten. Es frägt sich nun, nachdem sich die Verhältnisse im Landtage so zugespitzt haben und eine Arbeitsfähigkeit in nächster Zeit nicht voraussetzen lassen, ob wir die Kanalisierungsfrage weiter verfolgen und unter Aufrechthaltung unserer Eingabe an den Landtag mit den Arbeiten beginnen sollen. Ein Umstand, der hiebei sehr ins Gewicht fällt ist der, daß die Stadt Innsbruck ein Kanalisierungs - Bureau besitzt, welches nun schon alle Detailarbeiten beendet hat und entlassen werden müßte, wenn nicht kanalisiert wird. In welchem Sinn die Entscheidung fallen muß, kann für uns nicht zweifelhaft sein. Sie wird nur dahin lauten, noch im heurigen Herbst zu beginnen, damit nicht ein Jahr verloren wird. Es wurde auch bereits erwogen, ob Innsbruck keine Mittel hat, die Kanalisierung in freiwilliger Weise zu fördern. Und man hat solche gesunden u. zw. in reicher Zahl und kann nun durch geschickte Gruppierung von Maßregeln und Vorteilen den Bürgern den Anschluß bedeutend erleichtern. Das vereinigte Finanz und Bau - Komitee ist am verflossenen Dienstag zu dem Beschlüsse gekommen, dem Gemeinderate verschiedene Anträge, welche den Beginn der Kanalisierungsarbeiten noch in das heurige Jahr verlegt, zu unterbreiten. Ich bemerke hiezu, daß das Programm selbstverständlich nur auf Kosten der Gemeinde durchzusühren ist und lege Ihnen nun die prinzipielle Frage vor, ob der Gemeinderat dafür ist, datz rnan unter Aufrechthaltung des Ansuchens im Landtage noch im heurigen Jahre mit der Kanalisierung beginnen soll. " Bei der Debatte über diese prinzipielle Frage meldete sich als erster Redner GR. v. Guggenberg zum Wort; er gab seiner Freude Ausdruck, daß die Sache so wert gediehen sei und verwies darauf, daß er schon vor 3 Jahren darauf hinwies, nicht erst auf die Bewilligung des Zwangsanschlusses von Seite des Landtages zu warten. G. - R. Kapserer meinte, daß sich die Stadt mit einem vom Landtag bewilligten Zwangsanschluß viel leichter tä '. e. Er kam dann auf die weitgehenden Konzessionen zu sprechen, welche die Stadt ohne das Zwangsauschlußgesetz den Hausbesitzern machen müsse und sprach sich dafür aus, das Ansuchen um Bewilligung des Zwangsanschlusses jedenfalls beim Landtag liegen zu lassen. Im Übrigen sei er dafür, daß der Gemeinderat heute ohne Rücksicht auf die Finanzlage den Beginn der Arbeiten beschließe.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 6. September 1902, S. 7, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/7055-beschlussvorschlag-zur-kanalisierung-trotz-fehlender-1902).
Friedrich Plaseller §. N. (Zur Canalisations - Frage in Innsbruck.) In der gestrigen Gemeinderaths - Sitzung wies GR. v. Guggenberg auf das immer dringender werdende Bedürfnis nach der Durchführung der Canalisation hin. …
Der Gemeindeausschuss Amras - Pradl hat in der Sitzung vom 9. April d. Js die Herstellung einer Hochdruck - Wasserleitung für das Dorf Amras nach dem vom Landesculturamte ausgearbeiteten Projekte einstimmig beschlossen. …
(Neue Wasserleitung.) AusJnzing schreibt man uns: Dem von Sommerfrischlern gern besuchten, schmucken Orte Jnzing fehlte es bisher an gutem Trinkwasser. Daher beschloß der Gemeindeausschuß unter Beiziehung maßgebender Fak …
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