Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
SCHLACHTHOF MIT WILDBRETSCHAU UND PICHLER-DENKMAL

Adolf Pichler-Denkmal auf Karl Ludwig-Platz, Finanzsache von 10.000 Kronen beantragt

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 16. Mai 1903 · Seite 7 · #Gemeinderat
Adolf Pichler - Denkmal. Das Adolf Pichler - Denkmalkomitee teilt in einer Zuschrift mit, daß das Denkmal auf dem Karl Ludwig - Platz errichtet werden soll und bittet zugleich um eine Subvention von 10. 000 Kronen. GR. Kapferer stellt nach kurzer Begründung, wobei er insbesondere die Verdienste des Freiheitskämpfers und Dichters um das Land Tirol hervorhebt, namens der Finanzsektion den Antrag, die erbetenen 10. 000 Kronen zu bewilligen, aber in der Weise, daß sie erst nach Vollendung des Denkmals zu zahlen sind. ( Einstimmig angenommen.) Von der städt. Schlachthalle. Bezüglich der städtischen Schlachthalle führt GR. Kapferer namens der Finanzsektion aus, daß der Plan, die Halle durch einen Zubau zu vergrößern, von den Anrainern angekämpft wurde, und daher ein neuer Plan ausgearbeitet werden mußte. Man will die Vergrößerung nun so vollziehen, daß der Raum, in dem bisher die tierärztl. Kanzlei u. die Hausmeister- Wohnung untergebracht waren, in gleiche Ebene mit den übrigen Räumen gebracht wird und die Schlachthalle auf diese Art eine Fortsetzung erfährt. In einem Anbau am Inn sollen das Lokal für den Tierarzt und dessen Kanzlei, sowie ein Raum sür die Freibank geschaffen werden, welche gegen den Bierwastl hin zwei Verkaufsfenster erhält. Auch an einen Raum zur Aufstellung eines Sterilisators und an ein Lokal zur Wildbretbeschau muß gedacht werden. Die Gesamtkosten werden sich auf 23. 600 Kronen belaufen. GR. Kapferer beantragt, diesen Betrag an Stelle der schon früher genehmigten 17. 000 Kronen ins Präliminare einzustellen. GR. Obexer fragt, ob sich der Bau einer vollständig neuen Schlachthalle noch längere Zeit hinausschieben lasse. Wenn nicht, solle man lieber diesen Neubau gleich ins Auge fassen und nicht erst Geld in ein altes Gebäude hineinstecken. GR. Zösmayr betont, daß der Umbau jedenfalls von dauerndem Werte sei, weil das alte Schlachtbankgebäude nach vollzogenem Bau eines neuen als Markthalle benützt werden wird. Er bittet, die Umbauarbeiten so bald als möglich Zu beginnen und dem Hausmeister so bald als tunlich eine neue Wohnung Zuzuweisen. GR. Kapferer sagt, daß man den Neubau wohl so lange als möglich hinausschieben werde, weil derselbe eine Million Kronen kostet. Nach der Vereinigung Willens mit Innsbruck werde sich die Angelegenheit freilich nicht mehr verzögern lasserr. Bürgermeister Greil ist auch der Ansicht, daß man mit den: Bau eines nenn: SchlachtbankgebändeZ erst nach der Vereinigung der Vororte mit Innsbruck beginnen solle. Bezüglich kW Platzes meint er, daß nur ein Platz am Eingänge von Wilten oder die Reichenau in Betracht kommen könne. Ersterer eigne sich weniger, weil von hier aus das ganze Abwasser der Schlachtbank durch Innsbruck durchgeleitet werden müßte, was den sanitären Standpunkten nicht entspreche:: würde. Er befürchtet, daß durch den Bau eines neuen Schlachthauses eine Verteuerung des Fleisches herbeigeführt wird. GR. Lauterbacher spricht sich für einen Bauplatz in tEr Nähe des Peterbrünndls aus, weil von dort ans leichter eine Geleiseverbindung mit der Bahn hergestellt werden kann, als von der Reichenau aus. Hierauf wird der Antrag des Finanzkomitees bezüglich des Umbaues des bisherigen Schlachthauses angenommen.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 16. Mai 1903, S. 7, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/7238-adolf-pichler-denkmal-auf-karl-ludwig-platz-finanzsache-von-10-000-1903).

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