Leichenzug gab gestern das letzte, ehrenvolle Geleite einem Manne, dein vor kurzem noch das Leben in den hoffnungsfreudigsten Farben erg änzte, um ungeahnt jäh zu enden. In der Vollkraft der Jahre und in hochangefehener Stellung dahinzugehen, auf Lmrmr entrissen zu werden der Liebe zahlreicher Freunde und vor allem dem blühendsten Familienglücke, ist für sich schon leidvoll rührend genug, um das Mitgefühl auch des Fernstehenden zu Wecken. Wer aber jemals mit Herrn Dr. Gustav Maaßen in nähere Beziehung, oder selbst nur in flüchtigen Verkehr trat und dabei seinen lauteren Eha akter, seinen hervorragenden Geist, sein profundes, juristisches Wissen, seine sich gleichbleibende Liebenswürdigkeit und seine unerschöpfliche Herzensgute kennen lernte; wer jemals mit diesem stattlichen Manne in heiterem Kreise unter fröhlichen Gesprächen, denen er stets geistvolle Apercus einznweben verstand, zusammensaß, den hat sein rascher Tod aufs tiefste erschüttert. Darum standen gestern an seinem Grabe nicht Vorgeseüte, Kollegen, Un tergebene und Freunde, sondern lauter aufrich hist trauernde Freunde, denen sich ungewohnte Tränen ins Auge schlichen. Es waren starke Abordnungen erschienen vom k. k. Eisenbahn Ministerium, von den kön. baver. Staatsbahnen von den k. k. Staatsbahndirektionen Wien, Linz und Villach, von den hiesigen k. k. Behörden^ vom Korps „ Athesia " und anderen studentischen und bürgerlichen Korpo aüonen. Vollzählig nahm selbstverständlich das Personal der hiesigen k. k. Staatsbahndirektion mit ihrem Chef, dem Herrn HofraL von Drathschmidt und seinem Stellvertreter, dem Herrn Regiernngsrat Kr um Holz, an dem Leichenbegängnisse teil; aber auch die exekutiven Dienstesstellen waren überaus zahlreich vertreten. Jeder trachtete, wenigstens durch einen Händedruck, den gramersüllten Bruder des Ve: b ichenen, Herrn Postrat Dr. Franz Maaßen, seines Beileids zu versichern. Auch äußerlich kennzeichnet sich die Liebe und die Verehrung, die der Tote genoß, in unzähligen, herrlichen Kranzspenden. Äußerst würdevoll schloß die Leichenfeier mit einem vom hiesigen Eisenbahnsängerklub schön gesungenen Grabliede. Dr. Gustav Albert Maaßen ist geboren in Innsbruck am 21. Dezember 1856; sein Vater war der berühmte Rechtsgelehrte, Hofrat Dr. Friedrich Maaßen. Nach Erwerbung des juristischen Doktorgrades in Wien praktizierte er durch zwei Jahre beim k. k. Oandesgerichie in Wien und beim k. k. städt. del. Bezirksgerichte Alsergrund und trat sodann am 17. NoveMber 1885 in die Dienste der k. k. österr. Staatsbahnen. Seine Kenntnisse, sein Talent und sein Fleiß zogen bald die Aufmerksamkeit seiner Vorgesetzten auf sich und ebneten ihm rasch die Wege. Im Jahre 1889 schon zur bestandenen k. k. Generaldirektion der österr. Staatsbahnen einberufen, kam er von dort mit Beginn des Jahres 1895 als Referentstellvertreter des Sekretariats in sein geliebtes Innsbruck, wurde - Ende 1896 Referent, avancierte als solcher am 1. Juli 1897 bereits zürn Inspektor und übernahm nach der Trennung des Sekretariates irr zwei Abteilungen, die Abteilung 2 für Rechts und allgemeine Verwaltungsangelegenheiten als Vorstand. Am 1. Juli v. I. wurde er für seine Verdienste Mit dem Titel eines Oberinspektors ausgezeichnet, und am 1. Jänner d. I. wurde er zum wirklichen Oberinspektor befördert. Seine reiche, ausgebreitete Amtstätigkeit zu schildern, würde zu weit führen. Daraus sei nur erwähnt, daß er sich bei der Jnstruierung der oft schwierigen Prozesse über Streitsachen aller Art, bei den verwickeltsten Grundeinlösungsarbeiten, speziell auf der Valsnganabahn und neuerdings beim Bahnhofumbau in Salzburg, bei den verschiedenen Vertragsabschlüssen, bei den Verhandlungen mit dem Haftpflichtverbande und bei vielen Konferenzen stets rühmlichst hervortat und hiefür auch unzähligemale die vollste Anerkennung sowohl sei tens der k k. Staatsbahndirektion, als auch des k. k. Eisenbahnministeriums dekretmäßig ausgedrückt erhielt. Konziliant, aber, wo nötig, auch energisch, hatte er stets das Interesse der Staatseisenbahnverwaltung vor Augen; ihm diente er mit nimmermüdem Eifer, unbekümmert um sein eigenes Wohl. Von der Arbeit weg hat ihn der Tod geholt. Seit 23. Nov. 1689 lebte er in
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 11. April 1904, S. 3, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/7458-ehrenvoller-leichenzug-fuer-den-verstorbenen-dr-gustav-maassen-in-1904).
(Erhöhung der Mautgebühren an der Ötztaler Konkurrenzstraße.) Aus Ötz. wird uns unter dem 4. d. Mts. geschrieben: Das neue Jahr brachte den Fuhrwerksbesitzern eine bedeutende Überraschung, indem an der neuen Konkurrenzst …
(Eine Bahn auf die Hungerburg.) Das Eisenbahnministerium hat dem behördlich autorisierten Zivilingenieur Rafael Ritter v. Meinong in Innsbruck im Vereine mit dem Hotelund Hausbesitzer Sebastian Kandler die Bewilligung zu …
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St. Nikolaus). Eine Stift und ebenso eine Kirchgasse muß notwendig anders getauft werden. Bei welcher dies geschehen soll rmd was für Namen neu gegeben werden sollen, darüber dürfte im Gemeinderate ersahrunasge nräß nich …
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