Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
BAUMSETZER GEGEN SANDFUHREN

Bericht über Baumaßnahmen und Bepflanzungen des Innsbrucker Verschönerungsvereines

den untersten Teil des Hohlweges in einen gleich guten Stand zu setzen wie den oberen Teil, konnte leider nicht entsprochen werden, denn das beständige Fahren mit Sandfuhren aus der Fritzschen Grube macht jede Instandsetzung dieses Wegstückes unnütz. Dagegen wird der Tummlerpark samt dem hinter dem sog. KraHerbrunnen liegenden Teil, im kommenden Jahre einer gründliche Ausgestaltung unterzogen werden. Der Verein ist für derartig « Anregungen und Wünsche von Seile der Mitglieder nur dankbar und wird solche stets nach Möglichkeit berücksichtigen. Unberücksichtigt bleiben nur anonyme Zuschriften oder Klagen von Seite kleinlicher Nörgler, die zudem meist nicht einmal Mitglieder sind. Der Plan eines neuen Abkürzungsweges von der Sillbrücke zum Jgler Fahrweg muß einstweilen zurückgestellt werden, da noch nicht entschieden ist, was mit der Jglerstraße geschieht, ob die alte repariert, oder eine neue gebaut wird. Allerdings wird es hiebei gut sein, sich einen meilenlangen GdduLdfaden zu richten, wie bei der Gärberbachbrücke und bei der endlichen teilwei ' sen Versicherung ' j > er lebensgefährlichen Straße von der Landeshauptstadt zum Kurort Jgls. In keinem Jahre vielleicht, während des ganzen bisherigen Bestehens des Vereines sind so viele Bäume gesetzt worden, wie Heuer. Mit aufrichtiger Dankbarkeit ivird Pie kommende Generation auf diese gemeinnützige Arbeit des Innsbrucker Verschönerungsvereines zurückdenken können. Noch in den letzten Wochen wurde der Wog von der Schweinsbrücke nach Arzl bepflanzt, aber auch beim „Großen Gott " und oberhalb des alten Höttinger Friedhofes wird der Spaziergänger Im kommenden Jahre im Schatten der neugepflanzten Eschen sitzen können. Der Platz oberhalb des Friedhofes sah bekanntlich bis jetzt grauenerregend aus. Knochen, welke Grab kränze, Abfälle u. s. w. lagen auf dem unordentlichen Platz herum. Schon vor langer Zeit ersuchte der Innsbrucker wie Höttinger - Verschönerungsverein um Behebung dieser skandalösen Zustände. Die Gemeinde behauptet, die Sorge für die Toten gehöre dem Pfarrer zu, und dieser wiederum weigerte sich, den Platz räumen zu lassen, weil er dafür nichts bekomme. Jetzt schaut der Platz wieder menschenwürdig aus. Um aber der heurigen Vereinstätigkeit die Krone aufzusetzen, wird der Verein in der nächsten, gemeinsam mit dem Mühlauer Verschönerungs verein abzuhaltenden Sitzung beim „ Badhaus - Joggele" den Beschluß fassen, den „ W e g über die Dörfer " mit Bäumen zu bepflanzen und mit Bänken zu versehen. Verdient ein solcher Verein nicht die wärmste Sympathie und allseitige Unterstützung?
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 17. November 1904, S. 3, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/7612-bericht-ueber-baumassnahmen-und-bepflanzungen-des-innsbrucker-1904).

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