Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
DREI ENTWÜRFE FÜR NEUE WÄLDER

Einteilung der Wahlkreise in Tirol nach der neuen Wahlreform

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 23. Februar 1906 · Seite 2 · #Reichsratswahlen
Die Wahlreform. ^rivailelegramm der „ 3unsbr. Nachrichten ". ^ Wien, 23. Febr. Zu Beginn der heutigen Sitzung des Abgeordnetenhauses wurde die »Wahlreform unterbreitet. Dieselbe besteht aus einer Reihe von Vorlagen, i Auf die Wahlreform speziell beziehen sich drei Entwürfe: 1. Die Abänderung hes Grundgesetzes über die Reichsvertretung, soweit damit besondere Wahlkörper aufgehoben werden und die Allgemeinheit « u ' d G l e i ch h e i t des Wahlrechtes ausgesprochen wird. 2. Das eigentliche Wahlgesetz samt der Reichsratswahlordnung und der Einteilung der Wahlkreise. 3. Das von der Negierung bereits angekündigte Gesetz zum .Schutze der Freiheit und Reinheit der Wahlen und zum Schutze des Wahlgeheimnisses. Unter den dem Hause zukommenden Vorlagen befindet sich weiter 4. der Gesetzentwurf Wer die Abänderung der Geschäftsordnung des Reichs rat es. Nach den bisher bekanntgewordenen Angaben wird die Gesamtzahl der Abgeordneten auf 455 erhöht werden. ( Gegenwärtig zählt das Haus 425 Mitglieder.) Soweit dies 'nach der neuen Wahlkreiseinteilung und nach den statistischen Daten über die Bevölkerungsverteilung nach Nationalitäten geschlossen werden kann, sind 205 Mandate den Deutschen gesichert. Niederösterreich erhält 55 Mandate (bisher 46 s Wien allein 28, bisher 19); Böhmen 118 ( bisher HO); Galizien 88 ( bisher 78). Tirol erhält 21 Abgeordnete, und zwar der am rechten Jnnufer liegende Teil der Stadt Innsbruck, ohne Milten und Pradl 1, der übrige Teil von Innsbruck mit den Gemeinden Mühlau und Hötting 1, die Städte Bozen, Meran, Glurns 1. Ferner erhalten je 1 Abgeordneten die Gerichtsbezirke: 1. Kufstein - Kitzbühel - Hopfg arten; 2. Rattenbeog - Schwaz - Fügen - Zell am Ziller; 3 Jnnsbruck - Hall - Steinach Mieders; 4. Telfs - Jmst Silz - Reutte; 5. Landeck - Nauders - Ried - Glurns Schlanders; 6. Meran - Lana - Passeier - Sarntal; 7. Bozen - Kaltern - Neumarkt; 8. Brixen - Sterzing
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 23. Februar 1906, S. 2, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/7947-einteilung-der-wahlkreise-in-tirol-nach-der-neuen-wahlreform-1906).

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