Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
NAMENSGEBER WAR KEINE RATTE

Urkundliche Erwähnung des Namens Ratenberg im Jahr 1074 und militärische Bedeutung der Burg im 13. Jahrhundert

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 16. Juni 1906 · Seite 3 · #Burgen und Schlösser
Diese aktive Mitwirkung scheint mir eine Bürgschaft für die Herbeiführung gesunder parlamentarischer Verhältnisse zu bilden und darüber sind wir einig, häufig und beliebt war, die als Gaugrafen auch im Znntale saßen und die vielleicht noch vorhandene Befestigung zu einem Schlösse ausgestaltet haben mögen. So wie die Zeit der Erbauung dieser Burg' und ihr erster Herr, ist auch die alte Geschichte in Dunkel und Schweigen gehüllt, besonders da auch! die kirchlichen Urkunden und Nachrichten den Dienst versagen. Ohne Zweifel ist das Schloß älter als das Städtchen, auf welches ersteres den Namen übertragen hat, denn die erste Seelsorge war nicht hier, sondern im nahen Radfeld ( Ratfelden), welches schon 788 geschichtliche Erwähnung findet. Bon Rattenberg (Ratemberg) nannte sich in der Folgezeit ein Ministerialgeschlecht; Isegrim von Ratenberg unterschreibt als Zeuge eine Schenkurkunde über Güter und Zehnte an das Kloster Admont Anno 1074, und dies dürfte wohl das erste urkundliche Vorkommen des Namens fein. Später erscheinen Rattenberger als Edle, sogar als Grafen, ohne daß ein eigentliches Rittergeschlecht nachgewiesen werden könnte; sie waren * eben nur Herrschafts und Schloßverwalter, Richter und Hauptleute in Vertretung der Herzoge von Bayern. Als Veste mit einem Burgfrieden erscheint Ratinberch in einer Urkunde von 1254 Wastrum Ratenberg), zugleich als vberbayerische Hollstätte. Als militärischer Stützpunkt muß es Ungesehen werden, wenn Herzog Ludwig von Bayern im Streite der Erzbischpfe Philipv und Ulrich von Salzburg von hier aus das Zillertal besetzte und 1262
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 16. Juni 1906, S. 3, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/7998-urkundliche-erwaehnung-des-namens-ratenberg-im-jahr-1074-und-1906).

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