Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
INNSBRUCK WOLLTE SCHON 1908 ZWEITE INNBRÜCKE

Antrag auf Erbauung einer neuen Innbrücke zur Entlastung des Verkehrs

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 12. Mai 1908 · Seite 4 · #Universitätsbrücke
(Die geplante neue Überbrückung des Inns.) Abgeordneter ALram > hat in der letzten Sitzung des Abgeordnetenhauses nachstehenden Antrag betreffend die Überbrückung des Inn eingebracht: „ Die Höttingerau, nördlich von Innsbruck, und die durch diese Au führende Reichsstraße sind mit der Stadt nur durch eine einzige Brücke verbunden. Auf dieser Brücke verkehren 500 bis 800 Fuhrwerke täglich. Die Straße wird benützt für die Zufuhr Von Baumaterial aus Mehreren Schotter und Sandgruben, Kalköfen und Steinbrüchen nach Innsbruck, für die Zufuhr von Lebensmitteln und Holz aus den Oberinntaler Gemeinden, für die Fäkalienabsuhr, endlich! auch von seiten des Militärs der Innsbrucker Garnison, welches auf dem Marsche zum oder vom großen Exerzierplätze diese Brücke benützen muß. Tiefer Verkehr wird noch! gesteigert werden infolge des Baues des Personen und Frachtenbahnhofes der Mittenwalderb ahn, ferner dadurchdaß die vor kurzem vollendete Brücke bei Ktanebitlen die Gemeinden des Sellraintales, Kematen u. s. W. an die Arlberger Reichsstraße anschließen wird. Wenn heute schon der starke Verkehr auf diesen Straßen häufig Verkehrsstörungen und manchmal auch schwere Unglücksfälle zur Folge hat, so werden sich diese Verhältnisse in Zukunft nur noch verschlimmern. Aus diesen Gründen erscheint es dringend notwendig, daß die bestehende Verkehrslinie durch eine neue Jnnbrücke entlastet wird. Die Gemeinde Hötting verlangt daher die Überbrückung des Inns im! Zuge ' der verlängerten Anichstraße —Prügelbau — Höttingerau. Der Bau dieser Brücke würde nicht nur die geschilderten MLßstände int Verkehr beheben, er würde auch der minder bemittelten Bevölkerung, insbesondere der Arbeiterschaft, die Befriedigung ihrer Wohnungsbedürfnisse erleichtern, da dadurch die Bebauung der in sonniger, gesunder Lage gelegenen Baugelände in der Höttingerau erleichtert würde. Auch der Fremdenverkehr würde durch den Bau dieser Brücke gefördert, da durch sie eine kurze Verbindung zwischen dem ' Bahnhof der Mittenwalderbahn und dem StaaLsbahnhof hergestellt würde. Die Gefertigten stellen daher den Antrag: Das Abgeordnetenhaus wolle beschließen: Das k. k. Ministerium des Innern wird aufgefordert, die Erbauung einer Brücke Wischen Innsbruck, und der Höttingerau im Zuge der verlängerten Anichstraße — Prügelbau —Höttingerau vorzunehmen und das Erfordernis für diesen Brückenbau in den Staatsvoranschlag für das Jahr 1909 einzustellen.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 12. Mai 1908, S. 4, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/8377-antrag-auf-erbauung-einer-neuen-innbruecke-zur-entlastung-des-1908).

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