Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
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Genehmigung staatlicher Beiträge für klinische Aufwendungen, Ambulatoriumsfrage abgelehnt

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 18. Juni 1909 · Seite 6
Dieser Antrag wurde angenommen. Staatliche Vergütung für den Aufwand auf den )) Kliniken. ' Von Seite des Unterrichtsministeriums wurde durch die Statthalterei der StadtgeMeinde vo r- Mchlagen — um eine zweckentsprechende Anstellung der Krankenhausk osten zwischen rurrd Stadt zu ' treffen — ein Probejahr ( 1908) durchzuführen. Hiebei sollten fol- Punkte eingehalten werden: Es soll konstatiert werden, was die Abteilung s und die klinischen Patienten kosten und zwar unter Berücksichtigung von Verköstigung, Wartung, Verbandsstoffen, ärztlichen Erfordernissen und Medikamenten. Der Staat sei bereit, die Sunrme zu zahlen, welche die klinischen Patienten Mehr kosten als wenn sie Mteilungspatienten wären. 2. Der Staat ist bereit, zum Aufwande in. .den OveraLionssälen entsprechend der Anzahl der klinischen Patienten, die beiläufig ein viertel des Belagraumes ' ausmachen, ein Viertel der Kosten zu leisten. 3. Für das Laboratorium will der Staat zwei Drittel beitragen und 4. vom Ambulatoriumsaufwande die Hälfte. Über die diesbezügliche Äußerung des Spitaldirektors beantragte die Sektion die Genehmigung der ersten drei Punkte. Die Beitragsleistung zu den Kosten des Ambulatoriums mit per Hälfte des Erfordernisses wurde abgelehnt, weil das Ambulatorium ausdrücklich Sache des Staates ist, da die Patienten dort zu Unterrichtszweicken verwendet werden. Die Stadtgemeinde kommt durch Bestellung von 4 StadtarzteN ihrer gesetzlichen Pflicht vollkommen nach; sie verlangt auch nicht die Erhaltung des Ambulatoriums. Übrigens bestreitet der Staat auch anderwärts die Kosten für die Ambulatvrien vollständig aus Eigenem. Es sprachen zu diesem Punkte ausführlich! GR. Prof. Lode, der die Bedeutung des Ambulatorium erörterte, und Bürgermeister Greil, der den ganzen Stand der Dinge klarlegte. GR. Zösmayr warf die Frage auf, warum gerade Innsbruck und die deutschen Städte vom der Regierung so schlecht behandelt werden, während andere Nationen alles bekommen. Es solle doch einmal energisch gegen die Regierung aufgetreten werden. Der Redner besprach das Vorgehen der Regierung in sehr temperamentvollen, scharfen Worten rmd meinte, unsere Stadt werde von der Regierung immer nur nach! Möglichkeit ausgenützt, ohne eine Spur von Gegenleistung. Der Vorsitzende machte den Redner darauf aufmerksam, daß im vorliegenden Falle eigentlich kein Grund zur Ereiferung ttorllege, oa die Regierung diesmal tatsächlich alle Wünsche der Stadtgemeinde erfülle, bis auf den Punkt 4, gegen den eben jetzt laut Antrag der Sektion protestiert wird.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 18. Juni 1909, S. 6, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/8590-genehmigung-staatlicher-beitraege-fuer-klinische-aufwendungen-1909).

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