Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
KAMPF UM DIE HÖHENSTRASSE

Einstimmige Resolution für die Errichtung der Hungerburgboden-Höhenstraße nach Mayer-Konzert-Projekt

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 10. Oktober 1910 · Seite 5
wies darauf hin, daß das Projekt der Höhenstraße bereits 4 bis 5 Jahre alt sei und von den Herren Ingenieur Mayer und Konzert in uneigennütziger Weise auf ' eigene Kosten versaßt wurde. Dias Projekt habe viele Hindernisse gefunden, insbesondere durch kostspielige Besitzer. Tie Anrainer verweigern noch heute die Durchfahrt oder fordern enorme Preise für die Grundeinlösung; sie könnten sich aber im Falle einer Expropriation sehr täuschen. Tier Redner erinnerte an die Opferwilligkeit des leider zu früh verstorbenen Bauunternehmers Biedermann und erwähnte auch, daß die festgestellten Tetailprojekte trotz Aufforderung nicht vorgelegt wurden. Gemeinderat Hotelier Landsee gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß das Projekt der Höhenstraße endlich einmal öffentlich besprochen werde. Es gäbe wenige Städte der Welt, die so schön gelgen seien, wie Innsbruck und die Höttinger Gelände, außerdem noch ausgezeichnet durch ein vorzügliches Klima. Bei entsprechender Pflege und Ausbau der Straßen würde der Hungerbnrgboden ein Besiedlungs ' gebiet ohnegleichen werden, daher sollen auch alle Hebel in Bewegung gesetzt werden, um den Straßenbau zu erreichen. Eifersucht, Neid, und Unverstand haben vielfach die Entwicklung gehindert; man möge die Straße nur bauen; die Besiedlung und der Erfolg werden sich schon einstellen. ' Nachdem noch die Herren Baumeister Mayr, kaiserl. Rat Heigl, Greiderer, Keller, Heiß, Nocker, Hotelier Barwig Oberingenieur Mayer gesprochen hatten, wurde die Annahme einer Resolution beantragt, die eine lebhafte Debatte hervorrief und schließlich in nachstehender Form einstimmig angenommen wurde: „ Tie heute im Gasthof Rainerwirt in Hötting versammelten Interessenten erklären es als unbedingte Notwendigkeit, daß zur Hebung der Bautätigkeit im nördlichen Mittelgebirge eine Höhenstraße zum Hungerburgboden erbaut wird. Als bestes Projekt erkennt die Versammlung das von den Herren Ingenieuren Mayer und Konzert verfaßte Auffahrt -, Mittel und Höh enstraßenprojekt an. Tie Versammlung fordert aus das energischeste, daß die Gemeinde Hötting dieses Straßenprojekt als ihr offizielles erklärt, dafür die behördliche Genehmigung erwirbt und ehestens einen Bauplan beschließt, der die willkürliche Verbauung des Geländes verbietet. Tie Besiedlung des H ungerburgbodens liegt nicht nur im lokalen Interesse Höltings, sondern der ganzen Gegendund des ganzen Landes, da dadurch für den Fremdenverkehr ein großes, einzig dastehendes Gebiet erschlossen wird. Tie Versammlung erhofft, daß sowohl Jnteressentschast, Gemeinde Hötting, Stadtgemeinde Innsbruck, Land und Staat sich zur Ausführung dieses Projektes zusammenschließjen werden. " Ter Antrag des Herrn Lehrers Knapp, eine Resolution überhaupt njcbi zu fassen, wurde einstimmig ab gelehnt. Über Anregung des Herrn Hoteliers Landsee wurde noch beschlossen: „ Das Straßenbaukomitee wird gebeten, noch ' im Laufe dieses Monats eine Versammlung großen Stils aller Interessenten einzuberufen ' und über den Stand der Angelegenheiten Bericht zu erstatten. " Hierauf wurde die Versammlung ^ ach dreistündiger Dauer geschlossen.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 10. Oktober 1910, S. 5, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/8795-einstimmige-resolution-fuer-die-errichtung-der-hungerburgboden-1910).

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