Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
ERSTE HILFE ÜBER DEM ABGRUND

Vortrag über Organisation und Ausbildung des Alpinen Rettungsdienstes in Innsbruck

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 24. März 1911 · Seite 34 · #Bergrettung
Seite 33. Alpine Zeitung. Der alpine Rettungsdienst. Wir haben bereits kurz über die am Montag abgehaltene Versammlung der Mannschaft des Alpinen Rettunsdienstes des D. u. £ >. Alpenvereines, Sektion Innsbruck, berichtet. Da einerseits die Kenntnis von dieser schon seit 13 Jahren besteheirden, allerdings erst seit dem Aufschwünge der Turistik in den letzten Jahren strenger organisierten Einrichtung nicht allgemein verbreitet zu sein scheint, andererseits aber auch das große Publikum berufen ist, der alpinen Rettungsmannschaft die schwere Arbeit des Rettungsdienstes zu erleichtern, sowie auch in die Lage kommen kann, selbst bis zum Eintreffen der Mannschaft helfend einzugreifen, dürfte es angebracht und im Interesse der Gesamtheit notwendig sein, den Inhalt des bei dieser Versammlung von Herrn Dr. Hörtnagl gehaltenen Vortrages und der darauf gepflogenen Beratungen möglichst ausführlich unseren Lesern zur Kenntnis zu bringen. In der Begrüßung der Erschienenen führte der Obmann der Sektion Innsbruck Tr. Forcher - Mahr einleitend ungefähr folgendes aus: Tie mit diesem Abende beginnenden Vortragsabende haben die Einführung in den Rettungsdienst, die Ausbildung in demselben und die Erweiterung des dazu nötigen Wissens zum Zwecke, damit der alpine Rettungsdienst klaglos und erfolgreich verrichtet werden kann. Hier kommen zwei Gesichtspunkte in Betracht: vor allem ist es selbstverständlich! und unbedingt notwendig, daß jeder alpine Rettungsmann mit den wichtigsten Kenntnissen der ersten Hilfeleistung vertraut sei, daß er wisse, wie bei den alpinen Unfällen die Verletzten zu behandeln sind. Außerdem ist die Kenntnis der Organisation des alpinen Rettungsdienstes sehr wichtig. Hierin unterscheidet sich der alpine von dem anderen Rettungsdienst, da bei letzterem die Tätigkeit auf den Ort beschränkt und die Verständigung über die Art der Verletzten möglich! ist, während beim ersteren der Schauplatz der Tätigkeit ein wesentlich! anderer und weiterer ist, die Tragweite und Art des Unfalles selten vorher bekannt wird und die Mannschaft auch zumeist nicht weiß, welche Mittel zur Verfügung stehen und welche Wege einzuschlagen sind. Für die Innsbrucker Mannschaft kommen das ganze Innsbrucker Ausflugsgebiet und die Gebirgsgruppen nördlich und südlich vom Inn, man kann fast sagen, ganz Nordtirol in Betracht. Tie Mannschaft muß also wissen, wie sie in dem ausgedehnten Gebiet vorzugehen hat, welche lokalen Hilfskräfte dort zur Verfügung stehen, wie es in dem Gebiete mit der Post und dem Telegraphenwesen beschaffen
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 24. März 1911, S. 34, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/8860-vortrag-ueber-organisation-und-ausbildung-des-alpinen-1911).

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