Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
ARCHIVKRIEG UM ZITATENLOSIGKEIT

Erwiderung auf Angriffe und Verteidigung wissenschaftlicher Arbeit durch Archivdirektor Dr. M. Mayr

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 5. März 1913 · Seite 10 · #Landesarchiv
Erwiderung auf die neuerlichen Angriffe vom Statt halt er ei - Archiv - direktor Dr. M. Mayr. 1. Ich habe meine „ Anleitung zur Ordnung von Psarrarchiven " auf Grund einer als Normal - Verordnung anzuschemen Instruktor: publzert. Daß Herr Direktor Dr. M. Mayr keine andere einschlägige Arbeit dieser Art kennt, ist in seiner Stellung bedauerlich. Ich betone: es ist ungebräuchlich, Publikationen dieser Art weder im Ganzen noch im Einzelnen mit Paragraphen und Autorenzitaten auszuschmücken, da man sonst auch jede neu herauskommende Schießstands -, Rauchsangkehrer oder Hausmeister - Ordnung „ dem wissenschaftlichen und literarischen Anstande " zuliebe, fortgesetzt mit unnützem Ballast vollpsropfen müßte. Unanständig wäre es gewesen, wenn in den k. k. Archivberichten der Name des Herrn Verfassers der „Linzer Instruktion " ausgeblieben wäre. Ich weise daher den Vorwurf wissenschaftlicher Freibeuterei aufs entschiedenste zurück. 2. Was meine bei den Haaren hereingezogene Erstlingsschrift betrifft, in welcher ich „ die mühevolle Arbeit unseres ersten Fachmannes in Oesterreich " ausgeschrottet haben soll, so ist mir allerdings sehr gut bekannt geworden, daß Herr Dr. M. Mayr, da und dort sich redlich Mühe gegeben hat, sie zu verlästern und meinen Anteil daran herabzusetzen und zu verkleinern, trotzdem er mir mündlich und schriftlich seine Anerkennung darüber ausgesprochen hat. Ich muß mit aller Entschiedenheit betonen, daß ich den schriftlichen Beweis in der Hand habe und Herr Dr. M. Mayr kann sich jede Stunde davon überzeugen, daß der hochverehrte „ Wiener Universitätsprofessor " gegen die Benützung des in Frage kommenden Anteiles seiner Partie an meiner Schrift keine Einwendung erhoben hat. Deshalb habe ich auch! ihm auf Seite 8 für seine Unterstützung meiner Arbeit durch Rat und Tat den verbindlichsten D! ank ausgesprochen. Es ist daher eine direkte Unwahrheit, daß ich, wie Herr Dr. M. Mayr anführt, meine Arbeit „ohne denselben zu nennen " publiziert habe. 3. Auf den persönlichen Angriff, worin der Herr Archivdirektor mir, den „ jugendlichen " Schriftsteller, Mangel der „ fachmännischen Vorbildung " nachsagt, glaube ich mir eine Antwort wohl ersparen zu dürfen.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 5. März 1913, S. 10, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/9220-erwiderung-auf-angriffe-und-verteidigung-wissenschaftlicher-arbeit-1913).

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