Wie das Ausland darüber urteilt. Me wissenschaftliche Zeitschrift „ Natur und Kultur ", welche in München erscheint, bringt im 15. Heft, Seite 477 ff. folgende interessante Besprechung v! on Agunt: Mm meisten reizen uns geheimnisvolle Tragödien der Vergangenheit — Messina und San Fvanzisko haben wir vergessen; aber Vineta Stavoren leben noch fort, Babylon und Ninive, Troja und Pompeji erregen unser lebhaftestes Interesse und unsere eifrigste Teilnahme. Wir schweifen in weite Fernen und hätten in der Nähe doch! noch so vieles zü suchen, könnten so vieles finden. — — Da klingt auf einmal ein längst verklungenes Wort wieder an unser Ohr: Agunt! Hand aufs Herz, wie viele haben den Namen überhaupt schön je gehört! Agunt, eine Stadt, versunken wie Vineta, verschüttet wie Ilion! Agunt, eine Stadt, in deren Mauern viele Jahrhunderte hindurch Menschen gelebt .und gelitten wie wir in Liebe und Leid, in Hoffnung und Verzweiflung, bis eines Tages ein Sturm daherbrauste, der alles hinwegfegte Und vernichtete bis auf den Namen, der allein Ans erhalten irr toten Büchern bl leb und der UUr ab und zu wieder auftebte zu einem Scheindasein, wenn ein stiller Gelehrter Wissens^ durstig zu fragen wagte: Wo lag jene Stadt, die den Namen Agunt einst trug? Aber die blühende Handelsstadt des Königreichs Nor kam blieb trotz allem verschollen, ihr Ort war aus den wenigen Zitaten der Klassiker nicht zu ermitteln — da brachte die furchtbare Ueberschwemmung des Jahres 1882 plötzlich Licht in die Dunkelheit. Die Fluten der wilden Debant, die sich vier Kilometer un erha b Li nz in di e Drau ergießt, spülten einen alten Friedhofstein bloß, der jetzt im Innsbrucker Ferdinandeum steht; seine Inschrift lautet zu deutsch: „Begräbnisplatz der Verehrer des Schutzgeiftes der Stadt Agunt. Secundus, Sklave des Pndens, widmete diese Inschrift den Bewohnern dieser Stadt. " ' Durch den Stein, den bei seinem Gewicht v! on 90 Kilo kein Mensch willkürlich zu verrücken Ursache hatte, ist der Beweis erbracht, daß Agunt an beiden Ufern der Debant lag, wie schon vorher Mommsen vermutet. Dazu stimmen aber auch genau die Entfernungen, wie sie uns für Agunt anderweitig überliefert sind; jo bemißt der 1870 gefundene Meilenstein von Oberdrauburg ( im Klagenfurter Museum) die Entfernung zwischen seiner eigenen Stelle und Agunt richtig aus 12 Kilome er, so der Sonnenburger Meilenstein ( im Ferdinandeum) die Entfernung von St. Lorenzen bis Agunt richtig auf 84 Kilometer. Was wir sonst noch von Agunt wissen le ^ w. bis vor kurzem wußten? Nicht viel! Agunt war sicher schon vor Römerzelten eine blühende Ansiedlung, wenn auch direkte Nachrichten über ihre Gründung und er) e Geschützte fehlen und Funde vorläufig noch nicht gemacht sind. Aber wenn der ältere Plinius ( aus Verona) Agunt unter den acht offenen Städten Norikums ( neben Maria - Saal, Cilli, St. Peter ob Spital und anderen) nennt, so ist das Zeugnis genug, daß die Tebantstadt ein g. oßer und wichtiger Platz war, der nicht von gestern datieren konnte. Hundert Jahre spter erwähnt Ptolomaeus Agunt, in einer Notiz sogar an erster Stelle unter den Norischen S üdten; tas Reisebuch des Kaisers Antonius gibt die Enfernung von Aguileja nach Agunt rlchtig mit 150 Kilometern an; Venantius Fortunatus singt lateinisch: „ Schlag dich Norikum zu, wo der Pustererbach seine schäumenden Wogen wälzt; dann wirst du die Straße an der Dran befahren, wo Schlösser zum Himmel ragen und Pas bergichte Agunt stolz. auf dem Hügel thront. " Endlich weist Paul Warnefried in der Longobardengeschichte auf ' die Festung Agunt hin, in der Bayerns Herzog Garibald II. im Anbeginn des 17.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 3. Mai 1913, S. 2, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/9264-neues-licht-auf-die-verlorene-stadt-agunt-durch-fund-aus-der-1913).
Was Menschenhand und Verwitterung nicht vernichtete, vollbrachte in Jahrhunderten der reißende Debantbach. Noch, im 16. Jahrhundert überragten verschiedene Bautenreste sichtbar den Boden. Heute liegt alles unter diesem, …
Erwiderung auf die neuerlichen Angriffe vom Statt halt er ei - Archiv - direktor Dr. M. Mayr. 1. Ich habe meine „ Anleitung zur Ordnung von Psarrarchiven " auf Grund einer als Normal - Verordnung anzuschemen Instruktor: …
Die Versicherung ist gering. (Antike Gräber.) Aus Zirl, 17. Mai, schreibt man uns: Beim Baue eines Hauses am Feldgelände unterhalb der Ruine Fragenstein wurden mehrere Skelette ausgegraben und dabei auch einige Waffen ge …
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