des Parlaments und zudem glänzenden Siege bei den heurigen Reichsrathswahlen, und es war zu erwarten, dass dieses Bundesverhältnis der doch noch immer selbständig neben einander bestehenden Parteien nun zu einer vollständigen Vereinigung, zur Bildung einer großen deutschfreiheitlichen Partei in Tirol führen wird. Als im Jahre 1897 der Friede zwischen ihnen zustande kam, war es das damalige Organ der Deutschnationalen, die „ Tiroler Wochenschrift ", welche, infolge des Friedensschlusses ihr Erscheinen einstellend, in der letzten Nummer der Hoffnung Ausdruck gab, „ dass der Zusammenschluss gewiss auch kein rein äußerlicher, vorübergehender bleiben wird, sondern in unseren Bergen eine kraftvolle, wahrhaft deutsche Volkspartei erstehen wird, welche vom Vertrauen des Volkes getragen und dem Pulsschlag seines Herzens folgend, auch jene weiteren Kreise an sich zu ziehen vermag, die heute unseren Bestrebungen noch ganz oder theilweise fernstehen. " Eine einzige große kraftvolle deutschfreiheitliche Partei war auch das Ideal des Obmannes des Landesausschusses Dr. Erler und ist sein Ziel geblieben, nachdem ihn die Städte Nordtirols mit so überwältigender Stimmenzahl als ihren Vertreter in den Reichsrath entsendet hatten. Als solcher schloss sich Dr. Erler aus Gründen, die er selbst in seinen jüngst veröffentlichten Worten an seine Wähler angibt, dem Verbände der deutschen Volkspartei im Parlamente und hoffte damit auch den Boden gefunden zu haben, auf dem die deutschfreiheitlichen Parteien Tirols fich einigen könnten. Wie das schon beinahe fertig scheinende Werk durch die Separationsgelüste einer Anzahl Deutschnationale ganz unvermuthet wieder scheiterte, haben wir ehen falls aus Dr. Erlers offenem Schreiben erfahren Dass der neu gegründete „ Verein der Deutschnationalen in Tirol " nicht geeignet ist, von ihm aus an die Gründung einer großen deutschen Partei Ln Tirol zu schreiten, werden wohl seine Mitglieder selbst nicht behaupten wollen. Allerdings will er die freiheitlich gesinnten Deutschnationalen in Tirol zusammenfassen, verneint dies aber gleich wieder durch die Erklärung, er gehöre dem radikalen Flügel derselben an. Unserem Reichsrathsabgeordneten Dr. Erler blieb also nichts übrig, als sich nun an die Öffentlichkeit zu wenden und sie zu befragen, ob die Wählerschaft geneigt ist, sich zu einer großen Partei, die sich den Grundsätzen des Verbandes der deutschen Volkspartei im Parlament anschließt, zu vereinigen.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 12. Oktober 1901, S. 2, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/6851-aufruf-dr-erlers-zur-vereinigung-der-deutschfreiheitlichen-parteien-1901).
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Die Reichsrathswahlen in der Städtecurie. Der gestrige Wahltag in Tirol schloss mit einem glänzenden Ziege der vereinigten deutschfortschrittlichen und deutsch nationalen Parteien in Nordtirol, so glänzend, wie man es ni …
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Eilck Vereinigung der deutschen Parteien zum Zwecks der gemeinsamen Wahrung der nationalen Inter essen werde es unter allen Verhältnissen stets im österreichischen Abgeordnetenhause geben, aber die Form, in welcher sich …
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