Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
BAHNKREUZUNG OHNE GRÜN

Zur Frage der Eisenbahnverbindung nach Reutte und Südwest-Deutschland

Settel?. Zur Frage der Eisenbahnverbindung nach Reutte und Südwest -Deutschland. Irr dieser Richtung kommen zwei Linien in Betracht, nämlich 1. die aus dem Jnntale direkte über den Fern führende, 2. jene, welche von der projektierten Innsbruck — Seefeld — Mittenwalder - Linie bei Seeseld abzweigt und in die Richtung des Ehrwalder- Sattels gegen Westen führend am Nordsuße des Fern ( Lermooser Talbecken) an Linie 1 anschließt. Zn einem unter der Aufschrift „ Bahnabzweignng Seefeld — Ehrwalder Sattel — Reutte " in den „Innsbrucker Nachrichten " Nr. 199 vom 30. August 1902 erschienenen Artikel hat der Verfasser diese Alternativ - Linie deshalb ausführlich besprochen, weil einerseits die nicht länger abzuweisende Notwendigkeit vorliegt, daß durch die Oebirgspforten, welche von Norden her gegen das Jnntal führen, endlich doch einmal auch der Bahnverkehr geleitet und das so lange hievon ausgeschlossene wichtige Gebiet des Außersern m denselben einbezogen werde, und weil anderseits die bisherige Abneigung der maßgebenden Eisenbahnkreise gegen die Realisierung der Fernbahn wiederholt auch in neuester Zeit zum Ausdrucke kam. Diese der Fernbahn so ungünstige Stimmung cst, abgesehen von dem wichtigen finanziellen Momente, den Baukosten, wie bekannt, hauptsächlich darauf zurückzusühren, daß die Fernbahn einerseits als eine Konkurrenz der Arlbergbahn betrachtet wird, anderseits aber verhindert werden soll, daß mit dem Baue einer Fernbahn dann deren Fortsetzung auch Ln der Richtung Landeck — Mals an dre Vinschgauer Bahn verlangt werden und auch da für die österreichischen Interessen entschieden abträgliche Projekt einer Bahn durch das Engadin und den Maloja nach Chiavenna — Mailand der Verwirklichung näher gerückt würde. Bevor ich auf die Widerlegung dieser Bedenken eingehe, sei zuerst die zu wählende Trasse einer Fernbahn besprochen, und vor allem betont, daß dieser Bahn mit Rücksicht auf ihre Bestimmung, die Verbindung zwischen dem Brenner und einem großen Teile von Südwestdeutschland zu bilden, zweifellos die Eigenschaft einer Hauptbahn znkommt. Bei dem Umstande jedoch, daß die bayerischen Auschlußlinien Kempten - Pfronten und Bießenhofen — Füssen Lokalbahnen mit sehr ungünstigen Trassen sind, würde es den tatsächlichen Verhältnissen entsprechen, die Fernbahn vorerst als normalsp urige Lokalbahn derart herzustellen, daß sie nach Bedarf, also auch bei entsprechendem Umbau der genannten bayerischen Anschlußlinien für den Betrieb einer Hauptbahn anstandslos ausgestaltet werden kann.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 7. Februar 1903, S. 18, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/7174-zur-frage-der-eisenbahnverbindung-nach-reutte-und-suedwest-1903).

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(Elektrischer Betrieb auf der Arlberg bahn.) ' Das Eisenbahnministerium hat, wie das „ Eisenbahnblatt " berichtet, soeben an die größeren österreichischen Elektrizitätsgesellschaften, welche sich mit dem Bau elektrischer …

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