Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
STADTLEHEN FÜR DIE ZUKUNFT

Antrag der Stadt Innsbruck auf Anlehen von 8,500.000 Kronen für Elektrizitätswerk, Kanalisation und andere Bedürfnisse

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 6. Oktober 1903 · Seite 2 · #Gemeinderat
Franz Borgia' Sonntag 11. D - 19 Emilian. Das Anlehen der Stadtgemeinde Innsbruck. Auf der Tagesordnung der heutigen Sitzung des Landtages steht auch der Bericht und Antrag des Gemeindoausschusses, betreffend das Gesuch der Stadtgemeinde Innsbruck um die Bewilligung zur Aufnahme eines Anlehens bis zum Höchstbetrage von 8,500. 000 Kronen. Ist der Sitzung des Innsbrucker Gemeinderates vom 13. Februar 1902, in welcher von 36 Mitgliedern 31 anwesend waren, wurde der einstimmige Beschluß gefaßt auf Aufnahme eines mit 4 Prozent verzinslichen, in 50 Jahren rückzahlbaren Anlehens bis zum Höchstbetrage von 8,500. 000 Kronen. Die Anlehensvaluta ist Kur Bestreitung außerordentlicher Gemeindebedürfnisse bestimmt, als: Rückzahlung eines Darlehens an die Innsbrucker Sparkasse, welches dieselbe für das bestehende Elektrizitätswerk in Mühlau gegeben hat; Bau eines zweiten städtischen Elektrizitätswerkes an der Sill für zirka 5000 Pferdekräfte; Übernahme des Innsbrucker Gaswerkes mit 31. Dezember 1904; Einführung der Schwemmkanalisation im Stadtgebiete, sowie zum Bau von Schulen und Kasernen. Da der Anlehensbetrag die gesamten präliminierten Jabreseinnahmen der Stadtgemeinde, welche laut Voranschlag für das Jahr 1902 1,812. 229 Kronen betragen, weit übersteigt, kann gemäß Z 47 ul. 2 des Gemeindestatuts für die Landeshauptstadt Innsbruck vom 14. April 1874, L. G. Nr. 28, die Bewilligung nur durch ein Landesgesetz erteilt werden.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 6. Oktober 1903, S. 2, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/7324-antrag-der-stadt-innsbruck-auf-anlehen-von-8-500-000-kronen-fuer-1903).

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