Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
REKORD UND RÜCKSTAND IM BERGBAU

Zur Höchstleistung im tirolischen Bergbau – trotz geringer Braunkohlenpartizipation

im Betriebe, welcher im Berichtsjahre seine bisherige Höchstproduktion mit 297. 000 g bei Verwendung von 236 Personen auswies. Trotzdem partizipiert Tirol an der Braunkohlengewinnung Österreichs mit nur 0. 12 o/o. — Am Jahre 1898 wurde beim Bergbaue Häring der Erbstollen aufgelassen, 1899 der Ferdinandstollen wieder eröffnet. Der Braunkohlenbergbau Monte Civerone des I. B. Chimelli ( im politischen Bezirke Borgo) stand von 1894 bis 1898 außer Betrieb; er wies 1899 eine Produktion von 1000 g Lignit auf, 1900 beschränkte sich der Betrieb wieder nur mehr auf Aufschlußbaue ohne Erzeugung, seit 1901 steht der Bergbau Monte Civerone wieder außer Betrieb. An dieser Stelle müssen wir auch des Nachbarlandes Vorarlberg gedenken. Es besitzt nämlich einen einzigen Bergbau u. zw. den Braunkohlenbergbau Wirtatobel des Anton Köllensperger, welcher jedoch feit 1894 außer Betrieb steht und seither einen Arbeiter mit Jnstandhaltungsarbeiten beschäftigt. Der Gesamtwert der tirolischen Bergbauproduktion ( ausschließlich des Wertes der Salz? erzeuguilg) betrug somit im Jahre 1902 975. 978 L, jener der Hüttenproduktion, u. zw. mit Ausschluß des mit 1,175. 730 L ' bezifferten Wertes der erzeugten Hüttenhalbprodukte 408. 383 L; der Gesamtwert der Bergbau und Hüttenproduktion stellte sW somit auf 1,384. 361 L. Wird hievon der Wert der in Brixlegg gegichteten Kupferhalbprodukte per 1,405. 601 L sowie der sonstigen Schmelzgitter per 145. 493 L in Abzug gebracht, dagegen der Wert der obenerwähnten Hüttenhalbprodukte per 1,175. 730 L hinzugerechnet, so ergibt sich der Wert der durch den Berg und Hüttenwerksbetrieb gewonnenen Produkte mit 1,008. 997 L, was seit dem Jahre 1900 einen Rückgang um 724. 914 L ausmacht. An dem Gesamtwerte der reinen Bergwerksproduktion Cisleithaniens partizipiert Tirol im Berichtsjahre mit 0. 35 o/o; die Zahl aller Bergund Hüttenarbeiter Tirols im Jahre 1902 betrug 1351.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 8. Oktober 1903, S. 4, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/7326-zur-hoechstleistung-im-tirolischen-bergbau-trotz-geringer-1903).

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