Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
SCHUSS ÜBER BEIL

Erfreuliche Entwicklung im hiesigen Schlachthaus: dreihundertste Patrone abgegeben

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 9. Juli 1904 · Seite 3 · #Schlachtung
(Der Schußapparat im hiesigen Schlachthaus.) Dieser Tage wurde im hiesigen Schlachthause die dreihundertste Patrone an einen Fleischhauer abgegeben, ein erfreuliches Zeichen, da die Tötung der Rinder mittelst des Schußapparates nicht obligatorisch eingeführt ist. Allerdings wurden die Patronen bisher kostenlos vom tirolffch vorarlbergischen Tierschutzverein abgegeben. Das Erschießen der Rinder schien sich im Anfangs schwer einbürgern zin wollen, später aber siegte doch dis Menschlichkeit und das Mitleid mit den Schlachttieren über die Indolenz und Bequemlichkeit. Die alte SchLachtmethode, das Töten der Rinder mittelst eines, überdies noch gänzlich sür den S tirnschlag ungeeigneten, Schlachtbeiles ', spottet oft jeder Beschreibung. Oft bekam ein Ochse 10 bis 12 Schläge, che er stürzte; dagegen fällt er durch den Schuß wie vom Blitz getroffen, zusammen. Es ist ein schönes Zeichen, daß namentlich die Fleischhauerburschen die Tötung mittelst des Schußapparates so häufig verlangten.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 9. Juli 1904, S. 3, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/7517-erfreuliche-entwicklung-im-hiesigen-schlachthaus-dreihundertste-1904).

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