Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
DRAHTSEIL MACHT ZAHNRAD NACH

Neues Projekt für eine Drahtseilschwebebahn auf die Zugspitze mit günstigen Kostenvoranschlägen

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 15. Jänner 1910 · Seite 18 · #Seilschwebebahnen
(Die Zug spitzb a hn.) Es fehlt bekannt lich nicht an Projekten für eine Bahn auf de: Gipfel des höchsten Berges des Deutschen Rei ches, die, Zugspitze; auch von österreichische Seite gab es Projektanten für eine Zugspitz bahn, weil ja die Interessen an einer solche: Unternehmung auch nach Tirol hereinreichen Die Pläne von Zahnrad und Seilbahnen wet chen aber einem der jüngsten Projekte, eine: Dr atztseilschw ebeb ahn; diese scheint auch am meisten Aussicht auf Verwirklichung zu haben. Vergangenen Sommer wurden durch einen Assistenten des Polytechnikums in München Vermessungen für eine Drahtseilschwebebahn gemacht. Das größte existierende Unternehmen auf diesem Gebiete arbeitete dann die Projekte und Kostenvoranschläge für diese Bahn aus, die ein sehr zusriedjenstjchlend ' es Resultat ergaben, denn es wurde nicht nur die technische Möglichkeit der Erbauung, sondern auch die Rentabilität nachgewiesen. Alle früheren Projekte sahen zum Teile eine Zahnradbahn vor. Mit einer solchen kann nun allerdings die Zugspitze wegen ihrer Lawinen und Steinschläge nicht gut bezwungen werden, wohl aber mit einer Draht- .seilschwabebahn. Die Kosten jm die gesamte Bahnanlage stellen sich nach den obigen Projekten auf. etwa 21/2 Millionen, während nach allen bisherigen Projekten die Bahn. 6 bis 10 Millionen gekostet hätte. Die Betriebskosten nach dem jetzigen Projekte ' betragen exklusive Amortisation und Versicherung ' jährlich nur 75 000 Mark bei einer stündlichen Beförderung von 200 Personen nach beiden. Richtungen. Bei gleicher Leistung würden die Kosten bei Zahnradbetrieb mindestens das Vierfache betragen. Der Haup ' worteil des neuen Syste us liegt aber darin, daß mit einer solchen Bahn ganze Jahr und bei jeder Witterung ge w werden kann. Da Winterhochturen nicht nur in in die Mode kommen resp. gekommen sind, sondern tatsächlich unvergleichlich schöner als Soinmertnren sind, wird der Winterbetrieb die Rentabilität dieses Unternehmens bedeutend steigern. Zur Rentabilität werden auch die Einnahlmen ans der Verbindungsbahn ( Staatsbahn Eibsee) beiwagon, die zie: nl ich bedeutend sein dürf- :en. Daß das Verbindungsstück von eben derselben Gesellsichast, unid zwar ebenfalls als Schwebebahn gebaut werden wird, ist seilbfrv erstämw ich.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 15. Jänner 1910, S. 18, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/8674-neues-projekt-fuer-eine-drahtseilschwebebahn-auf-die-zugspitze-mit-1910).

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