Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
MARKT UNTER WELLBLECH

Billigung des Projekts zur Umgestaltung des Gemüsemarktes am Innrain

Die Anträge der Sektion wurden angenommen.: Umgestaltung des Gemüsemarktes GR. Steiger legte dem Gemeinderate auch ein Projekt vor zur Umgestaltung unseres gegenwärtigen Gemüsemarktes am Jnnrain. Hiernach soll der Markt weiter hinauf in die A l l e e verlegt werden, zu welchem Zwecke ein entsprechend langer Raum zwischen den zwei äußeren Baumreihen pM ' Wellblech! oder dergleichen überdacht würde: natürlich müßte die mittlere Baumreihe fallen. Hieher kämen die ständigen Händler und Wiederverkäufer, während sich die Verkäufer vom Lande auf dem Platze vor dem Fleischbankgebäude aufzustellen hätten. Tie kleinen Verkaufsbuden, welche gegenwärtig noch dort stehen, würden an den Rand des Platzes so hinübergerückt, daß sie gegenüber dem „Bierwaftl " in die Verlängerung der Westfront 'des Meischbankgebändes zu stehen kämen. Auf dem bisherigen Marktplätze, der durch, die Ketten markiert ist, bliebe nur eine einzige Standreihe längs des Ursulinenklosters für Butter -, Käse und Eierhändler bestehen. Me vorderen Räume im Fleischbankgebüude selbst bleiben wie bisher für den Tetail - Fleischiverkauf reserviert, während rückwärts ( auf ' der Nordseite) ein größerer Raum für den Fleischmarkt en gros und ein anderer für den Obstund Gemüseverkauf en gros eingerichtet werden und zugleich als Magazine für die Verkäufer dienen soll. Hier könnte die Bevölkerung Obst und Gemüse auch in größeren Quantitäten direkt, unter Umgehung des Zwischenhandels, einkaufen, was jedenfalls große Vorteile böte. Nach den Ausführungen des Referenten handelte es sich gestern vvrlänsig nur um die prinzipielle Z u st i m m u ii g. des Gemeinderates, um den Stadtmagistrat beauftragen zu können, beim Straßenärar anzufragen, ob die Errichtung dieser offenen Halle gestattet und die Allee zu diesem Zwecke überlassen würde, ferner die Angelogehelt in baulicher Hinsicht zu studieren und hierüber in einer späteren Sitzung zu berichten, resp. Vorschläge zu machen. GR. K a ps er er begrüßte dieses Projekt, welches nach den in den Großstädten gemachten Erfahrungen günstiger sei als die geschlossenen Markthallen. Er selbst habe schon vor vielen Jahren auf die Möglichkeit einer solchen Lösung dieser Frage hingewiesen, die sicher die Verkäufer wie die Käufer in gleicher Weise befriedigen würde. Außerdem sei dieses System, das sich z. B. auch in München gut bewährte, auch verhältnismäßig billig. Auf verschiedene, vom GR. Dir. Mader geäußjerte Bedenken erklärte der Referent, daß geplant sei, den Boden pflastern
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 10. September 1910, S. 9, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/8782-billigung-des-projekts-zur-umgestaltung-des-gemuesemarktes-am-1910).

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