Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
BAHN VOM PAPIER NACH LANDSCHAFT

Vorarbeiten für die normalspurige Bahn Meran–Finstermünz–Landeck dem Ministerium vorgelegt

Die Uinlschgauer Dahn. Das Bankhaus E. Schwarz Söhne in Bozen versandte jüngst einen Bericht über den Stand der Vorarbeiten, betreffend eine normalspurige Bahn Meran - Finstermünz ' Landeck: Am 6. dS. wurde von der Firma das Bo project für die Bahn dem Handelsministerium behufs Erlangung der Trayenrevisioi: vorgelcgt Wenn man dar Eisenbahnnetz Frankreichs, der Schweiz, Tirols, Venetiens, Istriens, Ungarns und des Orients ins Auge fasst, stellt es sich klar heraus, dass die Eisenbahn von Chur nach Bozen bei gleichzeitiger Herstellung der Valsuganabahn als ein Verbindungsglied wichtigster Art für den Weltverkehr zwischen Osten und Westen betrachtet werden muss. In diesem Sinne wurde auch das Bahnproject aufgefasst, und deshalb in folgenden. 3 Partien behandelt: 1. Bahnlinie Meran- Glurns - Mals nach Münster, 2. Glurns Mals s über Hochfinstermünz nach Landeck, 3. Änschinfsj linie Martinsbruck - Hochfinstermüuz Wenngleich ß die Aussichten auf die Herstellung der Schw izer Linrr Chur - Münster sich in letzter Zeit sehr getrübt haben, wird diese hochwichtige Berkehrsverbindung immer wieder in Betracht gezogen werden, und sich endlich einmal durch irgend rin Bahnsystem verwirklichen. Es wurde deshalb die Linie Meran - Glurns - Mals, gleich der Anschlussstrecke Älurns - MalS - Münster derart rrayiert, dass sie als Hauptbahn benützt werden kann. Die Tra ^ e steigt vom Bahnhofe Meran ab längs den Getänden von Algund, den Töllgraden mittelst Tunnel unterfahrend, 6700 Mieter lang, auf die Töllhöhe, überbrückt dorr gleich die Etsch und bleibt am rechtsseitigen Gehänge bis Eyrs, woselbst sie, die Etsch wieder überbrückend, am linken Erschufer bis zur Staiion Spondinig läuft, von dort an der Berglehne unterhalb Tartsch zum Bahnhofe Glurns - Mals, welcher auf dem Plateau unterhalb Mals zu liegen kommt. Diese normalspurige Bahnlinie wird für den Betrieb mit schweren Bergmaschinen und der Fahrgeschwindigkeit von 40 Kilometer pro Stunde ausgerüstet. Die Verbindung von der Statt» Glurns - Mals bis Münster wurde ganz im Charakter der pcojeciierten Schwrizerbahn Chur- Münster ebenfalls normrlspurig gehalten. Von der Station Glurns - Mals gegen Landeck steigt die Bahn in Serpentinen der Wasserscheide zu, übersetzt dieselbe und fällt gegen Nauders mit günstigen Verhältnissen. Bon da ab wird die Finstermünzer Tyalstufe mittels Kehrtunnel genommen und gelangt die Linie zur Station Hochfinstermünz, von
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 23. Oktober 1891, S. 7, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/5497-vorarbeiten-fuer-die-normalspurige-bahn-meran-finstermuenz-landeck-1891).

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