Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
WILTEN WILL ZUSAMMENGEHEN

Letzte Komiteesitzung zur Einverleibung Wiltens mit einstimmiger Annahme der Grundzüge

Die Bereinigung mit Willen. Wegen des Projektes der Einverleibung Wiltens führt der Bürgermeister aus, daß gestern in dieser Angelegenheit die letzte Komiteesitzung war. Er legt die vom Gemeindeausschuß Mitten bereits angenommenen Grundzüge vor und verliest den diesbezüglichen Gesetzentwurf. ( Siehe unsere Berichte über die Sitzungen des Wiltener Gemeindeansschusses vom 12. und 17. Oktober 1903.) GR. Direktor Ostheim er fragt, ob die von Witten übernommenen Lehrer nur an den Schulen in Mitten oder auch an den städtischen Schulen verwendet werden können. Der Bürgermeister spricht sich für die letztere Auslegung aus. Über Anregung des Wiltener Gemeindevorstehers Hesgl wird in die grundsätzlichen Bestimmungen auch der Punkt ausgenommen, daß die im letzten Jahre in Wüten bezahlten Steuern zur Ausübung des Gemein dew a hlr echtes als in Innsbruck gezahlt in Anrechnung gebracht werden. Me grundsätzlichen Bestimmungen wurden vom Gemernderate einstimmig angenommen, ebenso der Gesetzentwurf. Der Bürgermeister gab seiner Freude darüber Ausdruck, sowie der Hoffnung, daß die Vereinigung für beide Teile befriedigend und für Innsbruck segensreich sein werde. ( Heilrufe.) Der öffentlichen folgte sodann noch eine vertrauliche Sitzung. Gememdeansschußsitzung Wilten. Samstag nachmittag 2 Uhr Hai in Wilten eine öffentliche Gemeindeausschnßsitzung in der Angelegenheit der Vercinigungsfrage stattgefunden. Gemeindevorsteher Herr Fritz Heigl gab nach Verlesung des Protokolls der letzten Sitzung bekannt, daß vom Vereinrgungskomitee nicht alle Zusätze ans den „ Vereinbarungen " genehmigt wurden, wie man sie wünschte. Die erste Abänderung erfolgte bei Punkt 5, „Schlachthausbau " ( Zusatzantrag Mtzinger), der nun folgendermaßen lauten solle: „ Der Bau eines möglichst günstig gelegenen Schlachthauses ist mit der Fertigstellung der Kanalisierung, die programmäßig 1909 erfolgen sott, zu beginnen und sortzusetzen. — Den Wiltener Metzgern kann nach Maßgabe des Platzes gestattet werden, das Schlachthaus nnd die Kühlräume zu benützen. " Der Vorsteher beantragte, daß der Zusatzantrag Nutzinger fallen gelassen und oben genannter angenommen werde. ( Wird genehmigt.) Der zweite Punkt, welcher eine Abänderung erfuhr, betraf Absatz 6 „ Wasserversorgung ". Hier einigte sich das Komitee dahin, den Zusatzantrag Dr. Mader ganz auszuschalten und jenen des GA. Steiger anzunehmen; zu Punkt 6 sollte also der Zusatzantrag lauten: „ Die Besitzer von Baugründen, welche ihnen von der Gemeinde Wilten mit einem Bauzwange verkauft wurden, haben das Recht des Bezuges von Wasser zum bisherigen Wiltener Wassertarife. " Der Vorsteher betonte, daß von den Vertretern Wiltens im Vereinrgungskomitee alles darangesetzt wurde, die in der letzten Ausschußsitzung beschlossenen Anträge und die Anregungen durchzusetzen; er bitte, diesem Anträge die Zustimmung zu erteilen. In der Debatte über diesen Punkt betonte GR. Dr. Winkler neuerdings seinen schon in früheren Sitzungen gekennzeichneten Standpunkt.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 19. Oktober 1903, S. 6, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/7331-letzte-komiteesitzung-zur-einverleibung-wiltens-mit-einstimmiger-1903).

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