Das Gramartbodenprojekt dürfte jedoch noch ziemlich unbekannt sein. Über dasselbe erfährt die „ Tir. Zeitgs. - Korr. " folgendes: Die Bauunternehmung P. Biedermann u. Ko. faßte den Gedanken in der! ALsicht, eine möglichst kurze Verbindung des Stadtzentrums mit dem westlichen Hungerburg- Loden zu schaffen, die auch diesen Teil des herrlichen, im Sommer und Winter von Einheimischen und Fremden zur Erholung und zu Spaziergängen so gerne ausgesuchten Waldbodens erschließen soll, der durch seine sonnige Lage und beinahe gleichmäßige Temperatur die Eignung für einen Zukunftsausenthaltsort für Einheimische und Fremde in sich trägt. Die Bahn zum Gramartboden soll keine Konkurrenz für die Hungerburg sein, sondern beide Bahnen sollen sich in ihren Ideen ergänzen; die eine am östlichen Teile wird den Fremden und Einheimischen hinaufbefördern, die andere am westlichen den Abstieg erleichtern und umgekehrt. Zwischen beiden Endstationen, wo sich die herrlichsten, vom Verschönerungsvereine angelegten Wege befinden, wird sich dadurch ein viel stärkerer Waldbummel entwickeln können als bisher. Daß die Bautätigkeit aus dem Hungerburgboden nicht nur lebhafter werden, sondern, nachdem man ihn von zwei Punkten der Stadt leicht und rasch erreichen kann, die Ausbreitung über das ganze Mittelgebirgsplateau nehmen wird, ist jedenfalls zu erwarten. Die Bahn soll also in erster Linie zur Aufschließung des herrlichen Hochplateaus dienen, also keine Spekulation sein, was übrigens auch der von der Bauunternchmung bereits für die Hin und Rückfahrt festgesetzte Preis von 45 Hellern für die Person beweisen dürste. Der Auffahrtspunkt dürfte in der Nähe des Schlosses Büchsenhausen zu liegen kommen, von wo aus die Trasse in schnurgerader Linie auf das Olbergplateau führt, aus dem eine Haltestelle geplant ist, und von dort auf das Plateau zur sogenannten Vogelhütte, unweit des Gramartbodens '. Die so erwähnte Linie ist für die Anlage einer Schwebebahn wie geschaffen. Sie hat eine Länge von ungefähr 900 Metern und bewältigt einen Höhenunterschied von ungefähr 220 Metern. Die Fahrzeit wird kaum 8 Minuten betragen, so daß man von der Maria Theresienstraße das Plateau bequem innerhalb 15 Minuten erreichen kann. Den Transport besorgen zwei Wagen, einer berg -, der andere talwärts, in deren jedem zirka 15 bis 20 Personen bequem Platz, finden können. Die Wagen laufen auf Drahtseilen, die von der Endstation aus elektrisch betrieben werden, sowie mit den neuesten, auf Erfahrung beruhenden Sicherheitsvorkehrungen versehen find. Das Gewicht des Wagens ist so ausbalanziert, daß ein seitliches Schwanken durch einseitige Belastung vollständig ausgeschlossen erscheint. Was die Sicherheit des Verkehres anbelangt, so ist diese bei dem zur Ausführung kommewden System größer als bei allen bisher gebauten Bergbahnen, sei es Adhäsions -, Drahtseil oder Seilbahnen. Gegenüber einer Drahtseilbahn - Zahnradbahn, wie sie bisher in Österreich benützt wurden, bietet eine Seilschwebebahn mannigfache Vorteile: bedeutend größere Geschwindigkeit, daher auch kürzere Fahrzeit, geräuschloses Laufen, Unabhängigkeit von der Witterung, von Schneeverwehungen re., geringere Krhaltungskosten usw. Eine Fahrt mit der projektierten Bahn wird an und für sich ' schon einen Reiz besitzen, da Wan im wahrsten Sinne des Wortes schwebt und nichts von Räderläusen, Schienenstößen re. ^u verspüren bekommt. Unleugbar wird das Mue Projekt großes Interesse bei der hiesigen Bevölkerung erwecken. Wenn die Bauunternehwung bei den maßgebenden Faktoren das nötige Entgegenkommen findet, hofft sie die Bahn bereits im nächsten Jahre in Betrieb setzen zu können.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 17. Dezember 1910, S. 34, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/8825-projekt-einer-schwebebahn-vom-buechsenhausen-zum-gramartboden-1910).
Nr. ' 4. ' Äite 3. (Der letzte Dampfzug derLokalba ■ " Innsbruck — Hall.) Heute früh um 6 Uhr 30 Min. ist der letzte fahrplanmäßige Dampfzug der Lokalbahn von Hall nach Innsbruck gefahren. Es wird wohl niemanden geben, d …
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6. M. 73. ldas Gemeindegebiet von Amras berühre. Die -Gemeinde Amras erklärte auch baß es ihr eifrigstes Bestreben sein werde, zur Verwirklichung des Planes ihr Möglichstes beizutragen und auch in. diesem Punkte bestehen …
Die Anträge der Sektion wurden angenommen.: Umgestaltung des Gemüsemarktes GR. Steiger legte dem Gemeinderate auch ein Projekt vor zur Umgestaltung unseres gegenwärtigen Gemüsemarktes am Jnnrain. Hiernach soll der Markt …
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